Grünen-Chefin wirft Merz fehlenden Plan nach FCAS-Aus vor

17. Juni 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Verteidigungspolitik in Berlin: FCAS-Debatte entfacht

() – Grünen-Chefin Franziska Brantner wirft Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor, das Kampfjetprojekt FCAS mit zu leichtfertig beendet zu haben, ohne eine klare Alternative zu haben.

„FCAS war nie nur ein Rüstungsprojekt, sondern eines der wichtigsten europäischen Zukunftsprojekte für gemeinsame Handlungsfähigkeit in der Verteidigung“, sagte Brantner der „Süddeutschen Zeitung“. Dass die Interessen auseinandergingen, sei nicht überraschend – Frankreich sei Atommacht und habe mit Dassault einen eigenen Hersteller. Dassault und Airbus Defence aus hatten sich nicht über die Führung bei dem Projekt einigen können. Dassault beanspruchte diese für sich, da man viel mehr Erfahrung in dem Geschäft habe.

„Erschreckend ist, dass die Politik nicht die Kraft hatte, eine Lösung zu finden. Dafür trägt Bundeskanzler Merz große Mitverantwortung“, sagte Brantner. Man solle sich auch in Erinnerung rufen, mit wem man es bei Dassault zu tun habe. „Der Firmengründer Marcel Dassault, geboren als Marcel Bloch, stammte aus einer jüdischen Familie, verweigerte den deutschen Besatzern die Mitarbeit und überlebte das Konzentrationslager Buchenwald.“ Diese Geschichte sei Teil der deutsch-französischen Beziehung – ein Grund mehr, eine solche Kooperation mit politischer Sensibilität zu führen, sagte Brantner.

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Wer nun nach dem Scheitern wie Merz einen Kauf weiterer US-F-35-Kampfjets ins Spiel bringe, verwechsele Aufrüstung mit Souveränität. „Das Argument, das geistige Eigentum müsse zwingend uns gehören, überzeugt nicht: Bei der F-35 gehört es uns auch nicht. Warum also keine faire Aufteilung mit Frankreich, bei der mal die eine, mal die andere Seite führt?“, merkte Brantner an. Denn ein Prinzip bleibe: Europäische Verteidigung werde ohne Frankreich nicht funktionieren – „und gegen Frankreich erst recht nicht“. Genau das habe Merz aus dem Blick verloren.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Friedrich Merz am 15.06.2026

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Brantner kritisiert Merz für leichtfertigen Abschluss des FCAS-Projekts ohne Alternativen.
  • Uneinigkeit zwischen Dassault und Airbus Defence über die Projektführung aufgrund unterschiedlicher Interessen.
  • Brantner fordert faire Aufteilung der Führungsrolle im Projekt und betont die Notwendigkeit Frankreichs für die europäische Verteidigung.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreich, Deutschland, Dassault, Airbus Defence
  • Zielgruppen: Politische Entscheidungsträger, Rüstungsindustrie, Verteidigungspolitik
  • Fristen/Zeiträume: Keine Angabe

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Merz hat das FCAS-Projekt ohne klare Alternative beendet.
  • Differenzen in den Interessen zwischen Deutschland und Frankreich, insbesondere durch Frankreichs Status als Atommacht.
  • Mangelnde politische Kraft zur Lösung der Konflikte zwischen Dassault und Airbus Defence.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Keine Angabe
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