NSU 2.0: Polizei ermittelt wegen weiterer Drohschreiben in Thüringen

12. Juni 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaft: Rassistische Drohbriefe in Thüringen

() – Die Polizei in ermittelt wegen 19 Briefen mit rassistischem Inhalt. Wie die „taz“ am Freitag berichtet, seien diese im Mai unter anderem bei Bildungseinrichtungen, Sportvereinen und kommunalen Verwaltungen eingegangen. Auch der Fraktionsvorsitzende der Linken in Thüringen, Christian Schaft, hat einen solchen Brief erhalten.

Teilweise steht in den Schreiben die Bezeichnung „NSU 2.0“, wie die Landespolizeidirektion Thüringen der „taz“ bestätigte. In allen Fällen würden demnach Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung geführt.

Als Absender war auf den Briefen der Thüringer Bildungsminister Christian Tischner (CDU) samt Ministeriumsadresse angegeben. Laut „taz“ steht er aber nicht im Verdacht, die Briefe verfasst oder verschickt zu haben. Aus seinem Ministerium heißt es auf Anfrage der Zeitung, man habe alle bekannt gewordenen Schreiben an die Polizei weitergegeben. Weiter könne man sich aufgrund der Ermittlungen nicht äußern.

Die Briefe enthalten vor allem rassistische Schmähungen gegen den Islam. Es wird an mehreren Stellen zum Mord an Muslimen und Muslimas aufgerufen. Zudem wird Ex-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an vielen Stellen beleidigt. Das „deutsche Volk“ wird hingegen in heroisierender Weise dargestellt und Adolf Hitler als Patriot bezeichnet.

Laut Christian Schaft wurde in dem Brief an die Linksfraktion im Thüringer Landtag gefordert, Menschen islamischen Glaubens und die, die sie unterstützen, mit „Zyklob B“ zu töten. In diesem Brief tauche zudem die Bezeichnung „NSU 2.0“ auf, sagte Schaft der Zeitung. Der Fraktionsvorsitzende interpretiert das als Morddrohung. Die Linken habe deshalb die Ermittlungsbehörden eingeschaltet.

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CDU und SPD im Thüringer Landtag meldeten auf Anfrage der Zeitung zurück, ihnen seien keine solchen Briefe bekannt. BSW und AfD ließen eine kurzfristige Anfrage unbeantwortet.

Die Abkürzung „NSU 2.0“ bezieht sich auf den selbsternannten „Nationalsozialistischen Untergrund“, eine Gruppe, die zwischen 2000 und 2007 deutschlandweit zehn Menschen ermordeten hat, neun davon mit Migrationsgeschichte. Das NSU-Kerntrio kam gebürtig aus Thüringen.

Zwischen 2018 und 2021 gab es bereits eine Serie von Drohbriefen, die mit „NSU 2.0“ unterschrieben waren. Insgesamt sind mehr als 150 Briefe bekannt.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Polizei (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Polizei ermittelt wegen 19 rassistischen Briefen in Thüringen.
  • Briefe enthalten Mordaufrufe gegen Muslime und Bezeichnung "NSU 2.0".
  • Thüringer Bildungsminister Christian Tischner ist nicht Verdächtiger, hat aber Schreiben an Polizei weitergeleitet.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: Bildungseinrichtungen, Sportvereine, kommunale Verwaltungen, Christian Schaft (Fraktionsvorsitzender der Linken in Thüringen)
  • Stärke: 19 Briefe mit rassistischem Inhalt, Verdacht der Volksverhetzung
  • Zeitraum: Briefe im Mai eingegangen, zwischen 2018 und 2021 bereits mehr als 150 Drohbriefe mit "NSU 2.0" bekannt

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Rassistische Inhalte in Briefen an Bildungseinrichtungen und Verwaltungen
  • Verwendung des Begriffs "NSU 2.0" als Drohung und Bezug zu früheren Mordfällen
  • Aufforderungen zum Mord an Muslimen und politisch motivierte Beleidigungen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Polizei ermittelt wegen 19 rassistischer Briefe
  • Ermittlungen wegen Verdachts der Volksverhetzung
  • Alle Betroffenen wurden angehalten, ihre Briefe an die Polizei weiterzugeben
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