Politisch motivierte Kriminalität steigt auf neuen Rekordwert

9. Juni 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Anstieg politisch motivierter Straftaten in Deutschland

() – Die Zahl der politisch motivierten Straftaten in ist im Jahr 2025 erneut deutlich gestiegen, nachdem bereits in den Vorjahren jeweils neue Höchststände erreicht worden waren. Insgesamt registrierten die Sicherheitsbehörden 85.837 Fälle, teilte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag in Berlin mit. Das ist ein Zuwachs um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zahl der politisch motivierten Gewalttaten ist um rund 1,2 Prozent auf 4.156 Delikte angestiegen.

„Die linke Szene unterstreicht mit 42 Prozent mehr an Gewalttaten die wachsende Bedrohung, die von ihr ausgeht“, sagte Dobrindt. Die mit Abstand meisten Delikte seien allerdings von rechten und rechtsextremen Tätern verübt worden, was wiederholt zeige, dass die größte Gefahr aktuell vom Rechtsextremismus ausgehe. „Wir stellen uns gegen jede Form von Extremismus und bauen deswegen unsere Instrumente gegen die extremistische Bedrohung weiter aus“, so der Minister.

Der Anstieg der Gesamtstraftaten ist vor allem auf die Zunahme der registrierten Straftaten im Bereich PMK-links- um über 35 Prozent auf 13.490 Delikte zurückzuführen (2024: 9.971 Delikte). Die Anzahl der Gewaltdelikte stieg sogar um über 42 Prozent auf 1.087 Delikte an (2024: 762 Delikte). Trotz leicht rückläufiger Zahlen bleibt der Phänomenbereich PMK-rechts- mit 42.544 Straftaten und damit etwa der Hälfte aller erfassten Straftaten der mit Abstand fallzahlenstärkste Bereich (2024: 42.788 Delikte). Die Gewaltstraftaten stiegen im Bereich PMK-rechts- um mehr als sieben Prozent.

Straftaten im Bereich der Hasskriminalität bleiben mit 22.159 Fällen auf einem hohen Niveau (2024: 21.773 Delikte). Bei Hasskriminalität handelt es sich um Straftaten, die durch gruppenbezogene Vorurteile motiviert sind. Knapp ein Drittel der registrierten Straftaten der Hasskriminalität wurde im Internet begangen. Verantwortlich für die hohen Fallzahlen im Bereich der Hasskriminalität ist die konstant hohe Zahl fremdenfeindlicher Straftaten (2025: 19.484, 2024: 19.481 Delikte).

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Der überwiegende Teil der Straftaten im Unterthemenfeld „Fremdenfeindlich“ (73,7 Prozent) wurde dem Phänomenbereich PMK-rechts- zugeordnet. Antisemitische Straftaten stiegen 2025 um 5,0 Prozent auf 6.548 Fälle an. 47,2 Prozent der antisemitischen Straftaten stehen im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt. Ein Anstieg ist auch bei frauenfeindlichen Straftaten erkennbar: Mit einem Zuwachs um 46,8 Prozent auf 819 Straftaten erreichten gegen Frauen oder das weibliche Geschlecht gerichtete Straftaten einen neuen Höchstwert (2024: 558 Delikte).

Auch queerfeindliche Straftaten nahmen 2025 weiter zu. Mit einem Anstieg um 12,8 Prozent auf 2.377 Fälle setzte sich der Trend der vergangenen Jahre fort, in denen bereits ein kontinuierlicher Anstieg an Hasskriminalität gegen Angehörige der LSBTQIA+-Szene zu beobachten war.

Die Straftaten gegen Amts- und/oder Mandatsträger bleiben mit 5.797 Fällen trotz eines leichten Rückgangs (2024: 6.059) auf einem hohen Niveau. Die aktuellen Ergebnisse des regelmäßig durch das BKA in Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden durchgeführten Kommunalen Monitorings zu Hass, Hetze und Gewalt gegenüber Amtsträgerinnen und Amtsträgern (KoMo) zeigen, dass Anfeindungen gegen Amtsträger kein Randphänomen sind und von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist.

Die Anzahl der Straftaten gegen die Polizei ist gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent gestiegen (2025: 5.144). Ca. ein Drittel dieser Delikte können dem Phänomenbereich PMK-links- zugerechnet werden. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Anstieg bei den Gewaltdelikten auf 535 Fälle, was einer Zunahme von rund 45 Prozent im Bereich PMK-links- entspricht.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Alexander Dobrindt am 09.06.2026

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Zahl politisch motivierter Straftaten in Deutschland 2025: 85.837 Fälle, Zuwachs um 2% im Vergleich zum Vorjahr.
  • Anstieg politisch motivierter Gewalttaten auf 4.156 Delikte, Zuwachs um 1,2%.
  • Straftaten im Bereich PMK-links- um über 35% auf 13.490 Delikte gestiegen, Gewaltdelikte um über 42% auf 1.087 Delikte angestiegen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: Sicherheitsbehörden, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt
  • Zielgruppen: Politisch motivierte Täter (rechts, links, antisemitisch, frauenfeindlich, queerfeindlich), Amtsträger
  • Zahlen: 85.837 Straftaten insgesamt (2025); 4.156 Gewalttaten; 13.490 PMK-links-Delikte (Zuwachs über 35 Prozent); 22.159 Hasskriminalität; 6.548 antisemitische Straftaten; 819 frauenfeindliche Straftaten (Zuwachs 46,8 Prozent); 2.377 queerfeindliche Straftaten (Zuwachs 12,8 Prozent)

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Anstieg politisch motivierter Straftaten um zwei Prozent, insgesamt 85.837 Fälle.
  • Zunahme von Gewalttaten insbesondere in der linken Szene (+42 %), aber Mehrheit der Straftaten von rechten Tätern.
  • Hohe Fallzahlen bei Hasskriminalität, insbesondere fremdenfeindliche und antisemitische Straftaten.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Ausbau der Instrumente gegen extremistische Bedrohungen
  • Zusammenarbeit mit kommunalen Spitzenverbänden zur Bekämpfung von Hass und Gewalt gegen Amtsträger
  • Intensivierung der Überwachung und Ahndung politisch motivierter Straftaten
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH