Durchsuchungen wegen Menschenhandels und Arbeitsausbeutung in Berlin
Berlin - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung
Gesellschaft: Aufdeckung von Arbeitsausbeutung in Berlin
Berlin () – Die Polizei Berlin hat gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft und dem Zollfahndungsamt gestern früh drei Durchsuchungsbeschlüsse in den Stadtteilen Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg vollstreckt. Die Maßnahmen richten sich gegen acht Beschuldigte im Alter von 36 bis 66 Jahren, die im Verdacht stehen, seit mindestens 2021 indische Spezialitätenköche angeworben und ausgebeutet zu haben,s teilte die Polizei am Donnerstag mit.
Bei den Durchsuchungen wurden eine Arbeitnehmerunterkunft, die gleichzeitig als Küche für die Zubereitung von Speisen für Restaurants diente, sowie zwei Wohnanschriften der Beschuldigten durchsucht.
Die Einsatzkräfte stellten Beweismittel wie zwei Mobiltelefone und Geschäftsunterlagen, darunter Lohnjournale, sicher. Zudem trafen sie vier Arbeitnehmer an, die zu ihren Arbeitsbedingungen befragt und über Hilfsangebote informiert wurden.
Die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht stellte ernsthafte hygienische Mängel fest und entsorgte Lebensmittel wie Fleisch, Gemüse und mehrere Kübel zubereiteter Soßen. Auch der Brandschutz wies erhebliche Mängel auf, da Flucht- und Rettungswege nicht frei waren.
Das Bauamt ordnete daraufhin die sofortige Schließung des Objekts an.
Die Ermittlungen der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Arbeitsausbeutung (GEA) laufen seit Juni 2023. Bereits im Frühjahr 2024 waren Durchsuchungen in Berlin und Brandenburg durchgeführt worden. Nach neuen Erkenntnissen sollen die Arbeits- und Lebensbedingungen der Betroffenen seitdem noch schlechter geworden sein.
Den Beschuldigten wird vorgeworfen, den Köchen nach der Einreise die Ausweisdokumente abgenommen zu haben, um Abhängigkeiten zu schaffen. Die Geschädigten sollen bis zu 13 Stunden täglich gearbeitet haben, wobei der Lohn teilweise 75 Prozent unter dem Mindestlohn lag oder ganz ausblieb.
Die Unterkünfte waren überbelegt oder befanden sich in Kellerräumen. Zur Verschleierung der Taten soll ein Netzwerk verschiedener Betreibergesellschaften genutzt worden sein.
Auch der Verdacht auf nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge besteht. Die Ermittlungen dauern an.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Polizei (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Durchsuchungsbeschlüsse in Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg gegen acht Beschuldigte wegen Arbeitsausbeutung
- Ernsthafte hygienische Mängel festgestellt, Lebensmittel entsorgt, und sofortige Schließung des Objekts angeordnet
- Ermittlungen der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Arbeitsausbeutung laufen seit Juni 2023, betroffene Arbeits- und Lebensbedingungen sollen sich verschlechtert haben
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffene: acht Beschuldigte (36 bis 66 Jahre) und mehrere indische Spezialitätenköche
- Zielgruppen: indische Köche, die seit 2021 angeworben und ausgebeutet wurden
- Regionen: Berlin (Stadtteile Mitte, Friedrichshain, Kreuzberg)
- Fristen: Ermittlungen seit Juni 2023, frühere Durchsuchungen im Frühjahr 2024
- Arbeitsbedingungen: bis zu 13 Stunden täglich, Lohn bis zu 75 % unter Mindestlohn oder ausblieb
- Hygienemängel: Lebensmittel entsorgt, unzureichender Brandschutz
- Konkrete Zahlen: vier gefundene Arbeitnehmer, Beweismittel wie zwei Mobiltelefone und Lohnjournale
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Anwerbung und Ausbeutung indischer Spezialitätenköche seit 2021
- Abnahme der Ausweisdokumente zur Schaffung von Abhängigkeiten
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Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
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- Sicherstellung von Beweismitteln und Befragung von Arbeitnehmern über ihre Arbeitsbedingungen
- Anordnung der sofortigen Schließung des Objekts durch das Bauamt aufgrund ernsthafter Mängel
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