SAP-Chef fordert mehr "Leistungskultur" in Unternehmen
Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaft: SAP fordert Kritikkultur in München
München () – SAP-Chef Christian Klein fordert mehr offenes und respektvolles Feedback in Unternehmen. „Wenn jeder plötzlich ein Talent ist, schafft man die Leistungskultur ab. Die Wahrheit ist: Nicht jeder ist ein Top-Performer“, sagte Klein der „Süddeutschen Zeitung“. Es müsse möglich sein, den Finger in die Wunde zu legen und Leistung kritisch anzusprechen.
Wie im Sport brauche es auch in der Wirtschaft eine Leistungskultur. Tendenzen, in Deutschland etwa „die Bundesjugendspiele abzuschaffen, nur weil die Kinder und Jugendlichen davon angeblich Schaden davontragen“, sieht er kritisch.
Die hohen Zustimmungswerte für die AfD in den Umfragen vor den Landtagswahlen in Berlin und Sachsen-Anhalt wertet Klein als Ausdruck allgemeiner Unzufriedenheit. Das lasse sich „nur in den Griff bekommen, wenn die Menschen wieder fest überzeugt sind: Den Politikern geht es ums Land, die sind für uns da“, sagte Klein.
Mit Blick auf die Gefahr, dass Europa bei der künstlichen Intelligenz (KI) in eine gefährliche Abhängigkeit von den USA und China gerate, sagte Klein: „Wir müssen schnell agieren, niemand in den USA oder China wartet auf uns. Sie wollen uns alle schlagen.“ Deshalb müssten europäische Unternehmen bei angewandter KI vorangehen.
Wegen der neuen KI-Konzerne steht SAPs Geschäftsmodell unter Druck, die Aktie verliert seit Monaten an Wert. SAP will gegensteuern, indem es 400 bis 500 neue Data Scientists einstellt. Durch KI werde etwa die Softwareentwicklung um 30 Prozent produktiver, sagte der SAP-Vorstandschef. „Kann man einen Stellenabbau komplett ausschließen? Nein, das wäre auch nicht ehrlich.“ Aktuell beschäftigt SAP etwa 112.000 Menschen weltweit.
Gemeinsam mit der Telekom entwickelt SAP im Auftrag des Bundesdigitalministeriums eine „Bürger-App“, über die man künftig etwa Wohnsitz oder Auto an- oder abmelden können soll. Angesprochen auf die Verzögerung sagte Klein: „Die Technologie war übrigens auch schon vor zehn Jahren für eine solche App vorhanden.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | SAP (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- SAP-Chef Christian Klein fordert in Unternehmen mehr offenes und respektvolles Feedback und kritisiert die Erwartung, dass „jeder plötzlich ein Talent ist“, weil sonst die Leistungskultur verloren gehe
- Klein warnt vor Europas Abhängigkeit von den USA und China bei KI und fordert, dass europäische Unternehmen bei angewandter KI vorangehen
- SAP will gegen den Druck durch neue KI-Konzerne 400 bis 500 neue Data Scientists einstellen, stellt Stellenabbau nicht komplett in Aussicht und arbeitet mit der Telekom an einer „Bürger-App“ für künftig digitale Meldungen wie Wohnsitz oder Auto an- bzw. abmelden
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Unternehmen/Mitarbeitende in Deutschland: Christian Klein fordert mehr offenes und respektvolles Feedback sowie eine Leistungskultur; keine konkreten Zahlen/Fristen genannt
- SAP/Arbeitmarkt weltweit: SAP plant die Einstellung von 400 bis 500 neuen Data Scientists; SAP beschäftigt aktuell ca. 112.000 Menschen; keine weiteren Zeiträume genannt
- Politik/öffentliche Verwaltung in Deutschland: SAP entwickelt mit der Telekom im Auftrag des Bundesdigitalministeriums eine Bürger-App zur künftig möglichen Wohnsitz- sowie Auto-An- und -abmeldung; kein konkreter Umsetzungszeitraum genannt
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- SAP-Chef Christian Klein fordert in Unternehmen offenes, respektvolles Feedback statt Schonhaltung, weil fehlende kritische Leistungsansprache und der Glaube, „jeder sei ein Talent“, die Leistungskultur untergräbt
- Unzufriedenheit der Bevölkerung als Hintergrund für hohe AfD-Zustimmung in Umfragen vor den Landtagswahlen; politische Probleme würden erst dann sinken, wenn Menschen wieder überzeugt sind, dass Politik fürs Land da ist
- Druck durch neue KI-Anbieter und mögliche Marktanteile: SAP setzt auf mehr Data Scientists und beschleunigte Softwareentwicklung; außerdem Kontext Bundesprojekt „Bürger-App“ mit Verzögerungen, obwohl die zugrunde liegende Technologie bereits früher verfügbar gewesen sei
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Christian Klein fordert mehr offenes und respektvolles Feedback in Unternehmen sowie eine stärker an Leistung orientierte Kultur, damit Leistung kritisch angesprochen werden kann
- SAP will gegen den Wettbewerbsdruck durch KI vorgehen und dafür 400 bis 500 neue Data Scientists einstellen, um die Produktivität in der Softwareentwicklung zu erhöhen
- Gemeinsam mit der Telekom entwickelt SAP im Auftrag des Bundesdigitalministeriums eine Bürger-App, über die künftig u.a. Wohnsitz oder Auto an- und abgemeldet werden sollen
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