Pflegereform: Unions-Experten unterstützen Kritik der Ost-MPs
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Politik: Pflegepolitik in Deutschland
Berlin () – Für ihre Forderung nach Korrekturen bei der Pflegereform haben die Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Zustimmung von westdeutschen Unions-Experten erfahren.
Die Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Katrin Staffler, pflichtete der Kritik an der geplanten Kürzung der Rentenpunkte von pflegenden Angehörigen bei: „Persönlich bin ich entschlossen, dass wir am Ende eine Kürzung der Rentenpunkte für pflegende Angehörige vermeiden können“, sagte sie dem Fachdienst „Tagesspiegel Background“. Nach den bisherigen Gesprächen sei sie zuversichtlich, dass das auch gelinge.
Weil die Reform eine komplexe Aufgabe sei, werde sie gründlich innerhalb der Bundesregierung und auch mit den Ländern abgestimmt, so Staffler. Die Herausforderungen seien bekannt: Die Eigenanteile seien hoch, die Pflege in der Häuslichkeit bedürfe einer deutlichen Stärkung, Prävention und Digitalisierung seien bis jetzt leider keine Realität im Pflegealltag. Die Pflegeversicherung müsse aber auch endlich zukunftsfähig finanziert werden. Es helfe „nicht weiter, wenn die Verantwortung hierfür jeweils dem anderen zugeschoben wird“.
Die gemeinsame Erklärung benenne ein zentrales Problem, sagte der Fraktionschef der CSU im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, dem Fachdienst. Pflege dürfe nicht in die Sozialhilfe führen. Wenn hohe Eigenanteile auf niedrige Alterseinkommen träfen, müsse die Gesellschaft gegensteuern. Er unterstütze deshalb den „Ansatz der ostdeutschen Kollegen“, so Holetschek: „Eigenanteile begrenzen, versicherungsfremde Leistungen aus Steuern finanzieren, häusliche Pflege stärken und keine Lasten auf Kommunen abwälzen“. Das sei „ein wichtiger Beitrag für faire und bezahlbare Pflege“.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Pflegekräfte (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Katrin Staffler erklärte, sie wolle die Kürzung der Rentenpunkte für pflegende Angehörige vermeiden und zeigte sich nach bisherigen Gesprächen zuversichtlich
- Die Bundesregierung werde die Pflegereform gründlich abstimmen und als nötig nannte eine zukunftsfähige Finanzierung der Pflegeversicherung sowie eine Stärkung der häuslichen Pflege, Prävention und Digitalisierung
- Klaus Holetschek forderte, Eigenanteile zu begrenzen, versicherungsfremde Leistungen aus Steuern zu finanzieren, häusliche Pflege zu stärken und keine Lasten auf Kommunen abzuwälzen, damit Pflege nicht in die Sozialhilfe führt
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen; westdeutsche Unions-Experten stimmen der Forderung nach Korrekturen bei der Pflegereform zu; konkrete Zahlen oder konkrete Fristen/Zeiträume werden nicht genannt
- Pflegebeauftragte Katrin Staffler; Kritik richtet sich auf geplante Kürzung der Rentenpunkte pflegender Angehöriger, Ziel ist laut Aussage eine Vermeidung der Kürzung; keine konkreten Zeitangaben
- CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek (Bayerischer Landtag); Themen sind Vermeidung von Pflegeeinmündung in die Sozialhilfe und Begrenzung hoher Eigenanteile durch Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuern, Stärkung häuslicher Pflege, keine Abwälzung von Lasten auf Kommunen; keine Zahlen/Fristen genannt
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Forderung nach Korrekturen bei der Pflegereform wegen Kritik an der geplanten Kürzung der Rentenpunkte pflegender Angehöriger und hoher Eigenanteile
- Hintergrund sind als bekannt beschriebene Herausforderungen: hohe Eigenanteile, fehlende Stärkung der häuslichen Pflege, bisher nicht gelebte Prävention und Digitalisierung sowie die Notwendigkeit einer zukunftsfähigen Finanzierung der Pflegeversicherung
- Auslöser sind die Gespräche und die gemeinsame Erklärung der Ministerpräsidenten (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) mit westdeutschen Unions-Experten und die Positionen der CSU-Fraktion, Pflege nicht in die Sozialhilfe führen zu lassen und Lasten nicht auf Kommunen abzuwälzen
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Katrin Staffler stimmt die Reformkürzungen innerhalb der Bundesregierung und mit den Ländern gründlich ab, mit dem Ziel, eine Kürzung der Rentenpunkte für pflegende Angehörige zu vermeiden
- Die beteiligten Unions-Vertreter fordern die Begrenzung der Eigenanteile und die Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuern statt über Sozialhilfe
- Es soll die häusliche Pflege gestärkt werden, ohne zusätzliche Lasten auf Kommunen abzuwälzen
- Weimer plant Skulpturensammlung an historischem Ort in Berlin - 5. August 2026
- Ramelow will Volksabstimmung über Wehr- und Zivildienst - 5. August 2026
- DIHK: Zahl der Firmengründungen 2025 deutlich gestiegen - 5. August 2026

