Bitkom: Deutschland fällt bei Digitalisierung weiter zurück

3. August 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaft in Deutschland: Digitalisierung im EU-Vergleich

Berlin () – Deutschland fällt im EU-Vergleich bei der Digitalisierung weiter zurück. Das geht aus dem neuen „Digital Economy and Society Index“ (Desi-Index) des IT-Branchenverbands Bitkom hervor, über den die „Rheinische Post“ berichtet. Unter den 27 EU-Mitgliedstaaten liegt die Bundesrepublik demnach auf Platz 17 – nach Platz 14 im Vorjahr. Zugleich stieg die Punktzahl leicht von 50,1 auf 51,1 an.

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sagte der Zeitung: „Deutschland macht Fortschritte bei der Digitalisierung, aber andere Länder sind schneller.“ Deutschland sei überkomplex und das führe oft zu quälend langen Planungs- und Genehmigungsprozessen, überbordender Bürokratie und einem rechtlichen Rahmen, den selbst die Juristen in den Unternehmen nicht mehr verstünden.

Vor allem bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung schneidet Deutschland laut Index weit unterdurchschnittlich ab. In diesem Bereich reichte es nur für Platz 22 von 27 – ein Rang schlechter als im Vorjahr. Bei der Qualität der digitalen Infrastruktur und der digitalen Transformation von Unternehmen erzielte die Bundesrepublik mit Platz elf jeweils Ergebnisse im oberen Mittelfeld. Auch im Bereich der digitalen Kompetenz rückte Deutschland um vier Plätze auf Rang elf vor. Die besten Ergebnisse in dem Ranking erzielte mit 76,4 Punkten, gefolgt von (72,9 Punkte), den Niederlanden (72,7 Punkte), (70,3 Punkte) und (69,3 Punkte).

„Ein großer, föderaler Flächenstaat wie Deutschland lässt sich nur bedingt mit Luxemburg, oder auch Dänemark vergleichen“, so Wintergerst. Dennoch mahnte er ein Bündel an Maßnahmen an. „Wir müssen unsere Digitalprojekte beschleunigen, von Gründungen in 24 Stunden über schnellere Genehmigungen für Rechenzentren, Mobilfunkmaste und Fabriken bis zum breiten Einsatz von KI in den Unternehmen“, sagte er.

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Der Desi-Index fasst verschiedene Indikatoren zum Stand der Digitalisierung zusammen, darunter digitale Kompetenzen, 5G-Abdeckung, Glasfaserverfügbarkeit, die Nutzung digitaler Technologien in Unternehmen oder digitale Verwaltungsleistungen. Bis 2022 veröffentlichte die EU-Kommission die Kennzahl selbst, mittlerweile weist Brüssel nur die jeweiligen Einzelindikatoren aus. Das daraus resultierende Ranking berechnet seit 2023 Bitkom.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Frau mit Laptop (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Deutschland liegt im EU-weiten Desi-Index zur Digitalisierung 2024 auf Platz 17 von 27 (voriges Jahr Platz 14) und verbesserte sich leicht von 50,1 auf 51,1 Punkte
  • Schwächen bestehen bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung: Deutschland erreicht Platz 22 von 27 (voriges Jahr ein Rang schlechter)
  • Bitkom fordert u. a. schnellere Digitalprojekte einschließlich Gründungen in 24 Stunden, schnellere Genehmigungen für Rechenzentren/Mobilfunkmasten/Fabriken sowie breiten KI-Einsatz in Unternehmen

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Deutschland betroffen; EU-Vergleich zur Digitalisierung Desi-Index Platz 17 von 27 nach Platz 14 im Vorjahr; Punktzahl leicht von 50,1 auf 51,1 gestiegen; öffentliche Verwaltung Rang 22 von 27 (ein Rang schlechter als im Vorjahr)
  • Deutschland betroffen; Qualität digitale Infrastruktur und digitale Unternehmens-Transformation jeweils Platz 11 im oberen Mittelfeld; digitale Kompetenz Rang elf (um vier Plätze verbessert); beste Länder Dänemark 76,4, Finnland 72,9, Niederlande 72,7, Malta 70,3, Luxemburg 69,3
  • Deutschland betroffen; Maßnahmen-Zielbereiche für Beschleunigung ohne konkrete Fristen: Digitalprojekte, Gründungen in 24 Stunden, schnellere Genehmigungen für Rechenzentren Mobilfunkmaste und Fabriken, breiter Einsatz von KI in Unternehmen; Ranking-Berechnung durch Bitkom seit 2023, EU-Kommission Kennzahl bis 2022 selbst veröffentlicht

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Rückstand im EU-Vergleich bei der Digitalisierung; Deutschland Platz 17 von 27 im Digital Economy and Society Index, leicht höhere Punktzahl von 50,1 auf 51,1 gegenüber dem Vorjahr
  • Gründe/Hintergründe: Deutschland sei überkomplex, was zu langen Planungs- und Genehmigungsprozessen, überbordender Bürokratie und einem schwer verständlichen rechtlichen Rahmen in Unternehmen führt
  • Auslöser/Bezugspunkte: besonders schwache Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung (Platz 22 von 27); Maßnahmenbedarf wie schnellere Digitalprojekte, zügigere Genehmigungen für Rechenzentren/Mobilfunkmasten/Fabriken und breiter KI-Einsatz sowie verkürzte Gründungsprozesse, während der Index unterschiedliche Digitalisierungsindikatoren (u.a. Kompetenzen, 5G, Glasfaser, Nutzung digitaler Technologien, Verwaltungsleistungen) zusammenfasst

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Deutschland soll Digitalprojekte schneller umsetzen, unter anderem auch schnellere Gründungen binnen 24 Stunden
  • Behörden sollen Genehmigungen beschleunigen, etwa für Rechenzentren, Mobilfunkmasten und Fabriken
  • KI soll breiter in Unternehmen eingesetzt werden
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH