Hitze: Verbände wollen Verfassungsänderung für mehr Klimaanpassung

31. Juli 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik: Hitzeschutz in

Berlin () – Angesichts der beispiellosen Hitzewellen in diesem Sommer haben die Klima-Allianz , der Arbeiter-Samariter-Bund und der Paritätische Gesamtverband die Bundesregierung zu sofortigem Handeln beim Hitze- und Klimaschutz aufgefordert.

„Die Bundesregierung muss jetzt handeln und in einem Hitzegipfel konkrete Maßnahmen auf den Weg bringen. Die Kommunen benötigen jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, um Hitzeschutz vor Ort konkret umsetzen zu können“, sagte Stefanie Langkamp, Politische Geschäftsführung der Klima-Allianz Deutschland, einem Zusammenschluss von 150 Umwelt- und Sozialverbänden, Kirchen und Gewerkschaften.

Er forderte eine Gemeinschaftsaufgabe für Klimaschutz und Klimaanpassung, damit Kommunen das Geld haben, um verlässlich handeln zu können. „Parallel dazu müssen wir die heimische Energiewende deutlich beschleunigen, um Deutschland dauerhaft von teuren Öl- und Gasimporten unabhängig zu machen“, so Langkamp. „Jede Hitzewelle macht deutlich, dass die Klimakrise unseren Alltag, unsere Gesundheit und wirtschaftlichen Wohlstand ganz direkt belastet. Allein die letzte Hitzewelle hat Unternehmen Schäden in Milliardenhöhe beschert.“

Uwe Martin Fichtmüller, Hauptgeschäftsführer beim Arbeiter-Samariter-Bund, forderte die Bundesregierung auf, die Extremhitze als akute Gefahr für die öffentliche Gesundheit zu behandeln. „An heißen Tagen arbeiten Rettungsdienste und Notaufnahmen vielerorts im Dauereinsatz“, sagte er. „Damit unsere medizinische Versorgung stabil bleibt, müssen Bund und Länder den Hitzeschutz verbindlich in Notfallpläne und Katastrophenschutz festschreiben, die Einsatzkräfte gezielt entlasten und zugleich beim Klimaschutz deutlich konsequenter handeln.“

Die Geschäftsführerin des Paritätischen Gesamtverbands, Katja Kipping, forderte gezielte Unterstützung für soziale Einrichtungen, damit diese die Folgen extremer Hitze bewältigen können. „Pflegeheime, Kitas und Beratungsstellen geraten zunehmend an ihre Belastungsgrenze. Vielerorts fehlen Personal, geeignete Gebäude, Verschattung und Kühlung, um besonders gefährdete Menschen wirksam zu schützen“, so Kipping.

„Organisatorische und geringinvestive Hitzeschutzmaßnahmen reichen während anhaltender extremer Hitzewellen nicht mehr aus. Die Investitionen für bauliche Maßnahmen können die Einrichtungen nicht aus eigener Kraft stemmen“, erklärte sie. „Die Bundesregierung muss deshalb ihren Kurs korrigieren: Statt Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds für andere Zwecke einzusetzen, muss sie den sozial gerechten Klimaschutz und die Klimaanpassung verlässlich finanzieren. Wer jetzt an dieser Stelle spart, verschärft die Belastungen für genau jene Menschen und Einrichtungen, die schon heute besonders stark unter den Folgen der Klimakrise leiden.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Rettungsdienst (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Bundesregierung soll in einem Hitzegipfel sofort konkrete Maßnahmen für Hitze- und Klimaschutz beschließen; Kommunen sollen dafür verlässliche Rahmenbedingungen erhalten
  • Extremhitze soll als akute Gefahr für die öffentliche Gesundheit behandelt werden; Hitzeschutz soll verbindlich in Notfallpläne und Katastrophenschutz aufgenommen werden, um Einsatzkräfte gezielt zu entlasten
  • Sozialen Einrichtungen wie Pflegeheimen, Kitas und Beratungsstellen soll gezielte Unterstützung für baulichen und ausrüstungsbezogenen Hitzeschutz gewährt werden; Finanzierung soll verlässlich über sozial gerechten Klimaschutz und Klimaanpassung erfolgen statt Abzweigung von Mitteln aus dem Klima- und Transformationsfonds

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind Bundesregierung, Kommunen sowie soziale und gesundheitliche Einrichtungen wie Rettungsdienste/Notaufnahmen, Pflegeheime, Kitas und Beratungsstellen; Ziel ist verbindlicher Hitzeschutz in Notfallplänen und Katastrophenschutz sowie verlässliche Finanzierungs- und Umsetzungsrahmenbedingungen für Kommunen und Einrichtungen; konkrete Sofortmaßnahmen im Rahmen eines „Hitzegipfels“ gefordert, zudem Beschleunigung der Energiewende
  • Betroffene Regionen sind vor allem „vor Ort“ in den Kommunen sowie „vielerorts“ im gesamten Bundesgebiet; als relevante Zeitspanne wird der laufende Sommer mit beispiellosen Hitzewellen genannt, außerdem die Notwendigkeit, Hitzeschutz während anhaltender extremer Hitzewellen auszubauen
  • Genannte Zahlen umfassen einen Zusammenschluss der Klima-Allianz Deutschland aus 150 Umwelt- und Sozialverbänden; außerdem Schäden aus der „letzten Hitzewelle“ in Milliardenhöhe für Unternehmen, genaue Höhe oder Frist werden jedoch nicht beziffert

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • beispiellose Hitzewellen im Sommer als Folge der Klimakrise mit direkten Belastungen für Gesundheit und wirtschaftlichen Wohlstand sowie milliardenschweren Schäden
  • Bundesregierung als politischer Auslöser/Handlungsbedarf durch fehlende verlässliche Rahmenbedingungen, die Kommunen und soziale Einrichtungen daran hindern Hitzeschutz sofort umzusetzen, inkl. Notfallplänen/ Katastrophenschutz und ausreichender Finanzierung
  • Kontext sind Überlastungen von Rettungsdiensten und Notaufnahmen sowie der Belastungsgrenze von Pflegeheimen, Kitas und Beratungsstellen durch fehlendes Personal, geeignete Gebäude, Verschattung und Kühlung sowie zu geringe/fehlende Investitionsmittel

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Bundesregierung soll in einem Hitzegipfel konkrete Maßnahmen zum Hitze- und Klimaschutz beschließen und den Kommunen verlässliche Rahmenbedingungen geben, damit Hitzeschutz vor Ort umgesetzt werden kann
  • Bund und Länder sollen Hitzeschutz verbindlich in Notfallpläne und Katastrophenschutz festschreiben und Einsatzkräfte gezielt entlasten
  • Bundesregierung soll soziale Einrichtungen wie Pflegeheime und Kitas gezielt finanziell unterstützen, damit sie bauliche sowie organisatorische Hitzeschutzmaßnahmen (z.B. Verschattung und Kühlung) umsetzen können und dafür verlässliche Finanzierung bereitstellen
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