Kretschmer droht Renten- und Pflegereform im Bundesrat zu stoppen
Regional - Sachsen - aktuelle Fakten und Einordnung
Politik: Kretschmer kritisiert Reformen in Sachsen
Dresden () – Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) beklagt ein mangelndes Verständnis der Bundesregierung für den Osten und droht damit, die aktuellen Reformvorhaben zu Pflege und Rente im Bundesrat zu stoppen.
„Grundsätzlich muss ich sagen: Ich sehe wenig Verständnis für den Osten in der aktuellen Bundesregierung“, sagte Kretschmer dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland„. Das spiegele sich auch bei den anstehenden großen Reformvorhaben wie Gesundheit, Rente und Pflege wider.
Kretschmer rechnete vor: „In Sachsen liegen die Durchschnittsrenten bei 1.300 bis 1.500 Euro. Der Eigenanteil für einen Pflegeplatz liegt bei mehr als 3.000 Euro.“
Kretschmer verwies darauf, dass er im Osten für die Menschen kämpfe, die andere Erwerbsbiografien hätten.
Kretschmer drohte offen: „Ohne Veränderungen werden wir bei der Renten- und der Pflegereform im Bundesrat nicht zustimmen können. Und wenn andere Länder auch nicht zustimmen, dann gibt es diese Renten- und Pflegereform nicht.“
Der sächsische Ministerpräsident verwies zudem darauf, dass im Reformpaket zur Gesetzlichen Krankenversicherung „richtige Dinge“ drin seien.
„Aber wir halten damit nur den Status quo und stopfen Finanzlöcher, statt damit auch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes zu erreichen“, kritisierte Kretschmer. Er forderte „einen Weg nach vorn“.
Schrumpfen und Streichen sei kein Zukunftskurs. „Verzicht ist keine Sanierung“, sagte Kretschmer dem RND.
Er beklagte: „Das ist aber genau das, was jetzt passiert: in Deutschland, in Sachsen, in Leipzig, in Dresden und bis hinein in die kleinste Gemeinde. Wir passen nur die Ausgaben an, weil die Einnahmen aufgrund jahrelanger Rezession und Stagnation nicht mithalten können.“
Für die Menschen habe das „dramatische Folgen“ – ob bei den Schulen, im sozialen Bereich oder bei der Infrastruktur.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Sitzung des Bundesrates (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Michael Kretschmer droht, dass Sachsen im Bundesrat bei Renten- und Pflegereform ohne Veränderungen nicht zustimmen wird
- Kretschmer kritisiert die Bundesregierung wegen mangelndem Verständnis für den Osten und fordert einen Weg nach vorn statt Status-quo-Fortschreibung bzw. „Finanzlöcher stopfen“
- Er stellt in Aussicht, dass bei ausbleibender Zustimmung anderer Länder die Renten- und Pflegereform nicht zustande kommt
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen sind Ostdeutsche bzw. speziell Sachsen; Michael Kretschmer nennt Durchschnittsrenten in Sachsen von 1.300 bis 1.500 Euro und einen Eigenanteil für einen Pflegeplatz von mehr als 3.000 Euro sowie negative Auswirkungen auf Schulen, sozialen Bereich und Infrastruktur in Sachsen (u.a. Leipzig und Dresden)
- Zielkonflikt/Zeitrahmen betrifft anstehende Reformvorhaben zu Renten- und Pflegereform sowie Reformpaket zur Gesetzlichen Krankenversicherung im Bundesrat; Kretschmer droht, ohne Veränderungen im Bundesrat nicht zuzustimmen, andernfalls würden Renten- und Pflegereform nicht zustande kommen
- Betroffen in Deutschland/Regionen durch Ausgabenanpassungen wegen Einnahmeausfällen nach Rezession und Stagnation; laut Text Folgen auch in Sachsen bis in die kleinste Gemeinde
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Mangelndes Verständnis der Bundesregierung für den Osten; Kritik an den aktuellen Reformvorhaben bei Gesundheit, Rente und Pflege
- Unterschiedliche wirtschaftliche und soziale Belastung im Osten: niedrigere Durchschnittsrenten (ca. 1.300 bis 1.500 Euro) und hoher Eigenanteil für Pflegeplatz (mehr als 3.000 Euro)
- Auslöser/Drohkulisse: Kretschmer kündigt an, Renten- und Pflegereform im Bundesrat ohne Änderungen nicht zuzustimmen; Hintergrund sind als zu wenig zukunftsorientiert kritisierte Reformen, die nur den Status quo sichern und Finanzlöcher stopfen statt Verbesserungen zu ermöglichen
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer droht, im Bundesrat bei Renten- und Pflegereformen nicht zuzustimmen, falls es keine Veränderungen gibt
- Er kritisiert, dass Reformen vor allem den Status quo sichern und Finanzlöcher stopfen sollen, statt eine echte Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen
- Er fordert einen „Weg nach vorn“ statt Schrumpfen und Streichen, bei dem Ausgaben nur an zu geringe Einnahmen angepasst werden
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