Ifo-Institut kritisiert EU-Plan zur Industrieförderung

30. Juli 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftspolitik: Ifo warnt EU vor

() – Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, fordert angesichts rapide steigender Importe aus China eine Neuausrichtung im Umgang mit Peking. „Wenn es in China Beschränkungen für ausländische Investoren gibt, sollten wir gleichermaßen antworten, aber letztlich mit dem Ziel, dass China sich stärker öffnet“, sagte Fuest dem „Focus“.

Es sei richtig, bei „bestimmten, kritischen Gütern Abhängigkeiten abzubauen, etwa in der Produktion von Medikamenten“. Aber die von der EU-Kommission geplante Vorgabe, den Industrie-Anteil an der EU-Wirtschaftsleistung auf 20 Prozent zu steigern, halte er für „planwirtschaftlichen Unfug“, erklärte der Ökonom mit Blick auf den „Industrial Accelerator Act“ (IAA).

Zugleich warnte der Ifo-Präsident davor, bei öffentlichen Aufträgen europäische Anbieter zu bevorzugen. Die von der EU-Kommission geplante „Buy European“-Regel erhöhe die Kosten und sollte daher nur auf Bereiche beschränkt werden, „in denen die Beteiligung ausländischer Anbieter Sicherheitsrisiken mit sich bringt“, sagte Fuest.

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Bildhinweis: EU-Fahnen (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Clemens Fuest fordert eine Neuausrichtung im Umgang mit Peking, bei Investitionsbeschränkungen in China solle die EU/Deutschland gleichermaßen antworten, aber mit dem Ziel, dass China sich stärker öffnet
  • Fuest hält die EU-Vorgabe aus dem „Industrial Accelerator Act“ für „planwirtschaftlichen Unfug“ und warnt, den Industrieanteil an der EU-Wirtschaftsleistung auf 20 Prozent steigern zu wollen
  • Fuest warnt vor „Buy European“-Regeln bei öffentlichen Aufträgen, da sie Kosten erhöhen; die Regel solle nur auf Bereiche beschränkt werden, in denen Beteiligung ausländischer Anbieter Sicherheitsrisiken mit sich bringt

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Clemens Fuest (Chef des Münchner Ifo-Instituts) fordert eine Neuausrichtung im Umgang mit Peking wegen rapide steigender Importe aus China; bei Beschränkungen für ausländische Investoren solle die EU/Deutschland gleichermaßen antworten, Ziel sei dass China sich stärker öffnet
  • EU-Kommission: Industrie-Anteil an der EU-Wirtschaftsleistung soll auf 20 Prozent gesteigert werden; Fuest hält das im Kontext des Industrial Accelerator Act für „planwirtschaftlichen Unfug“ (keine konkreten Fristen/Zeiträume genannt)
  • EU-Ebene bei öffentlichen Aufträgen: „Buy European“-Regel; Fuest warnt vor höheren Kosten und plädiert für eine Beschränkung auf Bereiche mit Sicherheitsrisiken durch ausländische Anbieter (keine Zahlen/Fristen genannt)

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • rapide steigende Importe aus China als Auslöser für eine Neuausrichtung im Umgang mit Peking
  • Beschränkungen für ausländische Investoren in China als Hintergrund; Forderung nach gleichwertiger Reaktion mit Ziel, dass China sich stärker öffnet
  • EU-Industriepolitik (Industrial Accelerator Act) und „Buy European“-Regel als Kontext; geplante Vorgaben würden Fuest zufolge zu höheren Kosten führen bzw. „planwirtschaftlichen Unfug“ darstellen und sollten nur in sicherheitsrelevanten Bereichen gelten

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Die EU-Kommission plant im Rahmen des Industrial Accelerator Act (IAA) Vorgaben zur Erhöhung des Industrieanteils an der EU-Wirtschaftsleistung auf 20 Prozent
  • Die EU-Kommission soll eine „Buy European“-Regel einführen, um bei öffentlichen Aufträgen europäische Anbieter zu bevorzugen
  • Es soll bei „bestimmten, kritischen Gütern“ der Abbau von Abhängigkeiten, etwa in der Medikamentenproduktion, vorangetrieben werden
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