Studie: Autokrise belastet regionale Immobilienmärkte
Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaftliche Perspektive dämpft Wohneigentum
Berlin () – Die Krise der deutschen Autoindustrie hinterlässt zunehmend Spuren auf dem Häusermarkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), über die das „Handelsblatt“ berichtet. Der Grund ist jedoch nicht ein sprunghafter Wohlstandsgewinn in den Regionen, sondern eine schwächere wirtschaftliche Perspektive, die die Nachfrage nach Wohneigentum bremsen und den Preisanstieg dämpfen soll.
„Die aktuell schwächeren wirtschaftlichen Perspektiven dürften die Nachfrage und damit auch die Kaufpreisentwicklung gebremst haben“, sagt Jörg Utecht, Chef von Interhyp. An wichtigen Automobilstandorten wie Wolfsburg, Ingolstadt, Schweinfurt oder Stuttgart können sich Interessenten so Einfamilienhäuser inzwischen wieder leichter leisten.
Bundesweit zeigt sich laut der Studie bei der Erschwinglichkeit von Häusern ein vergleichsweise überraschend stabiles Bild. Der Erschwinglichkeitsindex für Einfamilienhäuser liegt trotz gestiegener Preise und Zinsen mit 103 Punkten nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Höhere Bauzinsen und gestiegene Kaufpreise würden derzeit noch weitgehend durch steigende Löhne ausgeglichen, heißt es in dem Gutachten. Dennoch hat sich die Erschwinglichkeit in 251 der 400 untersuchten Landkreise und kreisfreien Städte binnen eines Jahres verschlechtert.
Grundlage des Index ist das Verhältnis der monatlichen Kreditrate zum Nettoeinkommen eines Modellhaushalts. Ein Wert von 100 markiert die Schwelle, bei der der Erwerb eines Eigenheims als erschwinglich gilt. Werte darüber stehen für eine geringere finanzielle Belastung, Werte darunter für eine höhere.
Besonders angespannt ist die Lage laut der Studie in den sieben größten deutschen Städten Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Stuttgart und München. Dort erreicht der Index lediglich 80 Punkte, im Umland 89 Punkte. Abseits der Ballungsräume ist Wohneigentum dagegen deutlich erschwinglicher. In Großstädten ab 100.000 Einwohnern liegt der Index bei 105 Punkten, im Umland bei 111 und in den übrigen Landkreisen bei 118 Punkten. Nach Angaben von Interhyp lebt damit rund 45 Prozent der betrachteten Modellhaushalte in Regionen, in denen der Kauf eines Einfamilienhauses als erschwinglich gilt.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Dächer (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Studie von Interhyp und IW: schwächere wirtschaftliche Perspektive bremst Nachfrage nach Wohneigentum und dämpft den Preisanstieg, nicht ein sprunghafter Wohlstandsgewinn
- Erschwinglichkeitsindex Einfamilienhäuser bundesweit nahezu stabil bei 103 Punkten trotz gestiegener Preise und Zinsen; Verschlechterung in 251 von 400 untersuchten Landkreisen und kreisfreien Städten
- Besonders angespannt in Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Stuttgart und München mit 80 Punkten; im Umland 89, außerhalb der Ballungsräume u. a. Großstädte 105 Punkte und Umland 111, rund 45 Prozent der Modellhaushalte in erschwinglichen Regionen
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Regionen: besonders angespannt in den sieben größten deutschen Städten Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Stuttgart und München; Index 80 Punkte, im Umland 89 Punkte, abseits der Ballungsräume Großstädte ab 100.000 Einwohner 105, Umland 111, übrige Landkreise 118; betroffen sind damit v. a. Ballungsräume
- Stärke/Zeitraum: in 251 von 400 untersuchten Landkreisen und kreisfreien Städten hat sich die Erschwinglichkeit binnen eines Jahres verschlechtert; trotz nahezu stabilem Bundeswert (Einfamilienhäuser Index 103 Punkte nahe Vorjahr) dämpfen schwächere wirtschaftliche Perspektiven die Nachfrage und den Preisanstieg
- Zielgruppen/Zahlen: rund 45 Prozent der betrachteten Modellhaushalte leben in Regionen, in denen der Kauf eines Einfamilienhauses als erschwinglich gilt; Erschwinglichkeitsschwelle bei Index 100 (darüber weniger Belastung, darunter mehr Belastung)
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Krise der deutschen Autoindustrie hinterlässt Spuren auf dem Häusermarkt durch schwächere wirtschaftliche Perspektive und gebremste Nachfrage nach Wohneigentum
- Höhere Bauzinsen und gestiegene Kaufpreise belasten die Erschwinglichkeit zwar, werden jedoch laut Studie teilweise durch steigende Löhne ausgeglichen; trotzdem verschlechtert sich die Erschwinglichkeit in 251 von 400 untersuchten Landkreisen
- Besonders angespannt in den sieben größten Städten (Index 80 Punkte) als Auslöser für geringere Erschwinglichkeit; im Umland und in kleineren Landkreisen deutlich bessere Werte (Index 89 bis 118)
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- In der Autoindustrie-Krise sollen schwächere wirtschaftliche Perspektiven die Nachfrage nach Wohneigentum bremsen und so den Preisanstieg auf dem Häusermarkt dämpfen
- Die Situation soll sich für Interessenten in wichtigen Automobilstandorten wie Wolfsburg, Ingolstadt, Schweinfurt und Stuttgart dadurch entspannen, sodass Einfamilienhäuser wieder leichter leistbar sind
- Es gibt Hinweise, dass trotz der insgesamt stabilen Erschwinglichkeit die Erschwinglichkeit sich in 251 von 400 untersuchten Regionen innerhalb eines Jahres verschlechtert hat
- Bundespolizei vollstreckt bei Großeinsatz in Saarbrücken Haftbefehle - 5. August 2026
- Radfahrerin in Münster bei Sturz an Bahnhofsunterführung schwer verletzt - 5. August 2026
- E-Scooter-Fahrer in Detmold lebensgefährlich verletzt - 5. August 2026
