Studie: Reformen schaffen knapp 20.000 Jobs
Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaft & Reformen in Hamburg
Hamburg () – Die Reformen der Bundesregierung könnten mittelfristig knapp 20.000 neue Arbeitsplätze entstehen lassen. Dies geht aus Berechnungen des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervor, über welche die „Zeit“ berichtet.
Demnach erhöht sich das Arbeitsangebot bei Umsetzung der Maßnahmen um 19.000 sogenannte Vollzeitäquivalente – es wird also unter dem Strich so viel Mehrarbeit angeboten, wie es 19.000 Vollzeitstellen entspricht. Die Koalition hatte sich im Juli auf umfangreiche Reformen im Steuerrecht, im Gesundheitsbereich sowie bei der Pflege und der Rente verständigt. Den Berechnungen des ZEW liegen die auf den Weg gebrachten Maßnahmen zugrunde, soweit sie über verfassungsrechtliche Bestimmungen wie die regelmäßige Anpassung des Grundfreibetrags in der Einkommensteuer hinausgehen.
Die Erhöhung des Arbeitsangebots kommt vor allem durch den Wegfall der bislang kostenlosen Krankenversicherung für Ehepartner zustande, die keiner oder nur einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Bislang lohnte es sich für diese Menschen oft nicht, einen Job anzunehmen, weil dann Krankenkassenbeiträge fällig wurden. Nun müssen sie ohnehin bezahlt werden.
Die Ergebnisse zeigen auch, dass sich die Mehrbelastungen durch die Reformmaßnahmen bei den meisten Haushalten in Grenzen halten. Das liegt daran, dass ein Teil der Kostensteigerungen durch höhere Sozialbeiträge durch niedrigere Steuern wettgemacht wird. Demnach ändert sich bis zu einem Bruttoeinkommen von rund 55.000 Euro praktisch nichts, danach bleibt weniger Netto vom Brutto. Bei Einkommen von über 250.000 Euro beläuft sich die zusätzliche Belastung im Schnitt auf 2.421 Euro im Jahr.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Bundesagentur für Arbeit (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Umsetzung der Bundesregierung-Reformen kann mittelfristig rechnerisch rund 19.000 Vollzeitäquivalente bzw. knapp 20.000 neue Arbeitsplätze zusätzlich auslösen
- Arbeitsangebot steigt vor allem durch den Wegfall der kostenlosen Krankenversicherung für Ehepartner ohne oder mit nur geringfügiger Beschäftigung
- Mehrbelastungen bleiben laut ZEW für die meisten Haushalte begrenzt; bis ca. 55.000 Euro brutto praktisch keine Änderung, bei über 250.000 Euro im Schnitt ca. 2.421 Euro zusätzliche jährliche Belastung
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen: Menschen/Ehepartner ohne oder mit nur geringfügiger Beschäftigung in der Krankenversicherung (kostenlose Krankenversicherung fällt weg); stärkere Arbeitsanreize durch Wegfall der bisherigen Beitragsfreiheit, ZEW erwartet mittelfristig +19.000 Vollzeitäquivalente bzw. knapp 20.000 neue Arbeitsplätze insgesamt bei Umsetzung der Reformen (Steuerrecht, Gesundheitsbereich, Pflege, Rente)
- Regionen: keine konkreten Angaben; Zielgruppen/Höchstbelastungen nach Einkommen laut ZEW: bis ca. 55.000 Euro Brutto keine praktische Änderung, bei über 250.000 Euro zusätzliche Belastung im Schnitt 2.421 Euro pro Jahr
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Reformen der Bundesregierung (Steuerrecht, Gesundheitsbereich, Pflege, Rente) könnten mittelfristig etwa 19.000 Vollzeitäquivalente mehr Arbeitsangebot auslösen und damit knapp 20.000 neue Arbeitsplätze begünstigen
- Hintergrund/Anstoß der Arbeitsangebotssteigerung ist der Wegfall der bislang kostenlosen Krankenversicherung für Ehepartner ohne oder mit nur geringfügiger Beschäftigung, wodurch sich ein Jobantritt eher lohnt
- Mehrbelastungen bleiben laut ZEW bei vielen Haushalten begrenzt, weil höhere Sozialbeiträge teilweise durch niedrigere Steuern ausgeglichen werden und die Zusatzbelastung ab hohem Einkommen stärker steigt
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Die Bundesregierung setzt Reformen im Steuerrecht, im Gesundheitsbereich sowie bei der Pflege und der Rente um, die darauf abzielen, das Arbeitsangebot zu erhöhen
- Durch den Wegfall der bislang kostenlosen Krankenversicherung für Ehepartner ohne oder mit nur geringfügiger Beschäftigung werden diese dauerhaft zur Zahlung von Krankenkassenbeiträgen verpflichtet und sollen eher eine Arbeit aufnehmen
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