Nexperia fährt Chip-Produktion wieder hoch
Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaft: Nexperia in Hamburg
Hamburg () – Der Chiphersteller Nexperia kann seine Abnehmer nach Monaten knapper Liefermengen wieder besser bedienen. „Wir stellen unseren Kunden jetzt Woche für Woche mehr Kapazität zur Verfügung“, sagte Interimschef Stefan Tilger dem „Handelsblatt“. Bis Jahresende sollten die größten Engpässe aufgelöst sein.
Der niederländische Konzern mit seinem wichtigsten Werk in Hamburg hatte sich im Herbst mit seinem chinesischen Eigentümer überworfen. Seither fehlen große Stückzahlen an Nexperia-Chips, die für viele Industrieunternehmen unverzichtbar sind. Um den Ausfall der chinesischen Kapazitäten zu kompensieren, setzt Nexperia auf einen zügigen Ausbau in Südostasien. Ein Werk in Malaysia soll die chinesische Fabrik so schnell wie möglich ersetzen. Die Produktion dort werde dieses Jahr verdoppelt, sagte Tilger. Nexperia verfüge bereits über ein fertiges Gebäude, in dem Maschinen installiert worden seien.
Zusätzliche Kapazitäten erschließt Nexperia bei Partnern. „Wir bauen jetzt eine Lieferkette auf, bei der jedes Produkt aus verschiedenen Standorten bezogen werden kann“, sagte Tilger. Weil die chinesische Fabrik für die Weiterverarbeitung der Chips aber bislang nicht vollständig ersetzt werden kann, stehen derzeit Maschinen im Stammwerk in der Hansestadt still. „Das Werk Hamburg hat im Moment Überkapazitäten“, sagte Tilger. Die Lage werde sich aber Zug um Zug verbessern. Er erwarte, dass der Standort spätestens in eineinhalb bis zwei Jahren wieder völlig ausgelastet sei.
Trotz der Turbulenzen seien die Aussichten für Nexperia gut, sagte Tilger. Mit Sicherheit habe man temporär Marktanteile eingebüßt. Aber man habe so gut wie keinen Kunden komplett verloren.
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Nexperia kann seine Abnehmer nach Monaten knapper Liefermengen wieder besser bedienen, da Interimschef Stefan Tilger künftig Woche für Woche mehr Kapazität bereitstellt und die größten Engpässe bis Jahresende aufgelöst sein sollen
- Nexperia plant den Ersatz der chinesischen Kapazitäten durch einen schnellen Ausbau in Südostasien; in Malaysia soll die Produktion dieses Jahr verdoppelt werden, dafür ist bereits ein fertiges Gebäude vorhanden, in dem Maschinen installiert werden
- Das Werk Hamburg hat derzeit Überkapazitäten und steht zeitweise wegen nicht vollständig ersetzbarer chinesischer Weiterverarbeitungstill still; die vollständige Auslastung wird spätestens in 1,5 bis 2 Jahren erwartet
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffene: Abnehmer von Nexperia-Chips (Industrieunternehmen); Stärke: Engpässe nach Monaten knapper Liefermengen „wieder besser“ bedienbar, bis Jahresende sollen die größten Engpässe aufgelöst sein
- Betroffene: Nexperia-eigenes Werk in Hamburg (Stammwerk); Stärke: temporär stehen Maschinen still wegen fehlender vollständiger Ersetzung der chinesischen Weiterverarbeitung, aber Überkapazitäten im Werk Hamburg; Auslastungserwartung: spätestens in 1,5 bis 2 Jahren wieder vollständig ausgelastet
- Betroffene: Produktions-/Lieferketten in Malaysia und Südostasien (Ausbau zur Kompensation der chinesischen Kapazitäten); Stärke: Verdopplung der Produktion in Malaysia „dieses Jahr“, zusätzlich Lieferkette über Partner aus verschiedenen Standorten aufbauen
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Abnehmende Chip-Lieferengpässe: Nexperia kann nach Monaten knapper Liefermengen wieder mehr Kapazität bereitstellen, bis Jahresende sollen die größten Engpässe gelöst sein
- Konfliktbedingte Kapazitätsausfälle: Streit im Herbst zwischen Nexperia und dem chinesischen Eigentümer führte dazu, dass große Stückzahlen fehlen und Abnehmer für viele Industrieunternehmen unverzichtbare Chips nicht ausreichend erhalten
- Gegenmaßnahmen/Verlagerung der Produktion: Ausbau und Verdopplung der Produktion in einem Werk in Malaysia zur Ersetzung chinesischer Kapazitäten, Aufbau zusätzlicher Lieferketten über Partner; solange die chinesische Weiterverarbeitung nicht vollständig kompensiert ist, stehen in Hamburg zeitweise Maschinen still, später soll der Standort wieder ausgelastet sein
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Nexperia stellt seinen Kunden wieder Woche für Woche mehr Kapazität zur Verfügung, sodass die größten Engpässe bis Jahresende aufgelöst sein sollen
- Nexperia baut zusätzliche Chip-Kapazitäten auf, indem die Produktion in Südostasien (Malaysia) dieses Jahr verdoppelt und ein Ersatz für die chinesischen Kapazitäten geschaffen wird
- Im Werk Hamburg werden Überkapazitäten schrittweise abgebaut, sobald die chinesische Weiterverarbeitung schrittweise ersetzt werden kann und der Standort spätestens in 1,5 bis 2 Jahren wieder voll ausgelastet sein soll
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