Kellner wirft Reiche "Berater-Luxus" vor

16. Juli 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftspolitik in

Berlin () – Der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen, Michael Kellner, wirft Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) einen unnötigen Einsatz externer Berater vor. „Lieber den Mittelstand unterstützen als die Beraterindustrie“, sagte der frühere parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium dem Magazin Politico.

Er kritisierte, Reiche habe stattdessen die Mittelstandsförderung ZIM gekürzt und zugleich millionenschwere Beratungsaufträge ausgeschrieben. Die Begründung des Ministeriums, es fehle intern an Fachwissen, wies Kellner zurück. „Hier werden Beraterverträge für allgemeine Industriepolitik ausgeschrieben. Also da ist das Know-how nun wirklich im Ministerium vorhanden“, sagte er. Externe Beratung sei nur bei außergewöhnlichen Aufgaben sinnvoll gewesen – etwa beim Bau von LNG-Terminals oder der Verstaatlichung von Energieunternehmen.

Scharf kritisierte Kellner zudem den Umbau des Ministeriums unter Reiche. „Die hat flächendeckend fähige Beamte rausgeschmissen, unabhängig vom Parteibuch“, sagte er. Sie habe das Haus „ziemlich arbeitsunfähig runtergewirtschaftet“ und hole nun teure Berater ins Ministerium.

Auch das Sparversprechen der Koalition sieht Kellner gebrochen. „Sie hat gesagt, Beraterverträge wollen wir eindampfen. Jetzt werden sie ausgeweitet“, sagte er. Berater könnten zudem politische Konflikte innerhalb der Bundesregierung nicht lösen: „Wenn die Minister sich behaken, dann behaken die sich. Ich glaube nicht, dass da Beratung viel bringt.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Katherina Reiche (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Michael Kellner (Grüne) wirft Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) einen unnötigen Einsatz externer Berater vor und fordert stattdessen Unterstützung des Mittelstands
  • Kellner kritisiert, dass Reiche die Mittelstandsförderung ZIM gekürzt habe, während zugleich millionenschwere Beratungsaufträge ausgeschrieben werden, und bezweifelt den Verweis auf fehlendes internes Fachwissen
  • Kellner behauptet, Reiche habe beim Ministeriumsumbau flächendeckend fähige Beamte unabhängig vom Parteibuch entfernt, das Haus arbeitsunfähig gemacht und nun teure Berater hinzugeholt, zudem sei das Koalitions-Sparversprechen zu Beraterverträgen gebrochen und sie würden ausgeweitet

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen: Wirtschaftsministerium unter Ministerin Katherina Reiche (CDU) und Mittelstands-/Industriepolitik; Zielgruppe: Mittelstandsförderung ZIM, zudem „Beraterindustrie“ durch ausgeschriebene Beratungsaufträge; Region: Deutschland (Bundesebene); Hinweis auf „millionenschwere“ Beratungsaufträge, konkrete Zahlen/Fristen nicht genannt
  • Betroffen: Beschäftigte/Beamte im Wirtschaftsministerium durch behaupteten flächendeckenden Austausch „unabhängig vom Parteibuch“; Zielgruppe: fähige Beamte/Ministerium intern; Region: Deutschland; konkrete zeitliche Dauer/Zeitraum nicht genannt
  • Betroffen: Koalitions-Spar-/Beraterverträge-Zusagen; Zielgruppe: Bundesregierung/Ministerien allgemein; Region: Deutschland; Aussage „Beraterverträge wollen wir eindampfen“ sei nun „ausgeweitet“, konkrete Zeitangaben fehlen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Michael Kellner kritisiert den Einsatz externer Berater durch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und stellt dem entgegen, der Mittelstand solle stärker unterstützt werden statt die „Beraterindustrie“
  • Reiche habe laut Kellner Mittelstandsförderung ZIM gekürzt, aber gleichzeitig millionenschwere Beratungsaufträge ausgeschrieben; als Anlass „fehlendes Fachwissen intern“ wird zurückgewiesen
  • Kontext: Umbau des Ministeriums habe laut Kellner flächendeckend „fähe Beamte“ unabhängig vom Parteibuch entfernt und das Ministerium arbeitsunfähig gemacht, wodurch nun teure externe Beratung nachgeholt werde

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Wirtschaftsministerin Katherina Reiche kürzt laut Kritik der Grünen die Mittelstandsförderung ZIM, schreibt aber zugleich millionenschwere Beratungsaufträge an externe Berater aus
  • Das Wirtschaftsministerium begründet die Vergabe mit fehlendem internem Fachwissen, was der Grünen-Sprecher Michael Kellner zurückweist und stattdessen betont, dass das Know-how im Ministerium vorhanden sei
  • Reiche soll laut Kellner im Zuge des Umbaus flächendeckend fähige Beamte aus dem Ministerium entlassen haben und holt nun dadurch teure externe Berater ins Haus
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH