Moderator Thadeusz verteidigt Kulturstaatsminister Weimer

15. Juli 2026

Kultur - aktuelle Fakten und Einordnung

Kulturpolitik in Berlin um Verlagspreise

() – Moderator Jörg Thadeusz verteidigt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. „Leute fühlen sich auf den Schlips getreten, weil Wolfram Weimer irgendwelchen Zausel-Buchhandlungen kein Geld zubilligt“, sagte Thadeusz dem „Spiegel“.

Weimer war kürzlich in die Kritik geraten, weil er das Vergabeverfahren für den Deutschen Verlagspreis verändert hatte. Der neue Jurychef, der Moderator und Schriftsteller Thadeusz, verteidigt den Kulturpolitiker nun. Weimer besteht darauf, bei der Auswahl der auszuzeichnenden Verlage das letzte Wort zu haben, das stellt die Juryarbeit aus Sicht der Kritiker infrage. Thadeusz dagegen sagt: „Ich find`s gut, wenn am Ende einer den Kopf für die Entscheidung der Jury hinhält.“

Der Verlagspreis wird vom Bund finanziert, der einen Teil seiner Fördergelder mithilfe von unabhängigen Jurys verteilt. Bereits die Vergabe des diesjährigen Deutschen Buchhandlungspreises sorgte für Aufruhr, weil Weimer sich nicht an die Vorschläge der zuständigen Jury hielt. Drei Buchläden, die für eine Auszeichnung vorgesehen waren, hatte der parteilose Politiker vielmehr vom Verfassungsschutz prüfen lassen und anschließend vom Preisverfahren ausgeschlossen. Thadeusz nennt dieses Vorgehen im „Spiegel“ „ungeschickt“. Er beschwichtigt aber auch: „Ich glaube ihm aber, und das hat er ja öffentlich gesagt, dass er sich vor allem im Kulturkampf gegen die ganz Rechten sieht.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Jörg Thadeusz (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Jörg Thadeusz verteidigt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und kritisiert, dass sich Leute durch dessen Entscheidungen „auf den Schlips getreten“ fühlen, weil er Buchhandlungen keine Geldmittel zubilligt
  • Weimer wird dafür angeführt, bei der Vergabe des Deutschen Verlagspreises das letzte Wort zu haben und damit die Juryarbeit aus Sicht von Kritikern infrage zu stellen
  • Thadeusz verweist darauf, dass Weimer öffentlich erklärt habe, er setze sich vor allem im Kulturkampf gegen „ganz Rechten“ ein und ordnet dessen Vorgehen beim Deutschen Buchhandlungspreis als „ungeschickt“ ein

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Moderator Jörg Thadeusz verteidigt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer; betroffen sind Kulturpolitik und die Jury-/Vergabeprozesse zum Deutschen Verlagspreis sowie der Deutsche Buchhandlungspreis (über Bund finanzierte Fördergelder); konkrete Zahlen oder bindende Fristen/Zeiträume werden nicht genannt
  • Kritisiert wird, dass Wolfram Weimer beim Vergabeverfahren das letzte Wort haben soll bzw. Juryvorschläge nicht berücksichtigt werden; bei der diesjährigen Vergabe des Deutschen Buchhandlungspreises wurden drei Buchläden vom Verfahren ausgeschlossen, nachdem Weimer sie vom Verfassungsschutz prüfen ließ

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Kritik am Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wegen Änderungen am Vergabeverfahren des Deutschen Verlagspreises; Weimer soll als Auswahlentscheidung das letzte Wort haben, was Jurymitwirkung infrage stellen soll
  • Hintergrund: Der Verlagspreis wird vom Bund finanziert und sieht grundsätzlich unabhängige Jurys zur Verteilung von Fördergeldern vor; bereits zuvor gab es Aufruhr beim Deutschen Buchhandlungspreis, weil Weimer nicht den Jurivorschlägen folgte
  • Auslöser: Weimer ließ betroffene Buchläden für den Buchhandlungspreis vom Verfassungsschutz prüfen und schloss sie aus dem Verfahren aus; Thadeusz verteidigt das und verweist darauf, dass Weimer sich öffentlich vor allem im Kulturkampf gegen die ganz Rechten sieht

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Kulturstaatsminister Wolfram Weimer besteht darauf, bei der Auswahl der auszuzeichnenden Verlage das letzte Wort zu haben
  • Kritiker monieren, dass Weimer Verlage bzw. Buchläden vom Preisverfahren ausgeschlossen hat, nachdem sie vom Verfassungsschutz geprüft wurden
  • Bund finanziert den Deutschen Verlagspreis und verteilt Fördergelder mit Hilfe unabhängiger Jurys, deren Rolle durch Weimers Eingreifen laut Kritik infrage gestellt wird
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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