Qualifizierungsgeld für Transformation wird kaum genutzt

14. Juli 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftspolitik in

Berlin () – Das 2024 eingeführte Qualifizierungsgeld für Umschulungen innerhalb der Betriebe wird so gut wie nicht genutzt. Von April 2024 bis Dezember 2025 hat die Förderung der Bundesagentur für Arbeit keine 400 Beschäftigte erreicht, wie die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen zeigt, über die das „Handelsblatt“ berichtet. Das Qualifizierungsgeld sollte das zentrale Instrument sein, um den Betrieben die Transformation zu erleichtern, indem zum Beispiel Experten für Verbrenner-Autos auf E-Autos umgeschult werden oder traditionelle Installateure für Fotovoltaik und Wärmepumpen.

Die Arbeitsmarktpolitikerin der Grünen, Sylvia Rietenberg, nannte die Zahlen ernüchternd. Es zeige, dass gute Instrumente nicht nur eingeführt, sondern auch praxistauglich weiterentwickelt werden müssten, sagte sie dem „Handelsblatt“. Angesichts der enormen Kosten für den Umbau der Wirtschaft hatte das Arbeitsministerium zunächst ein jährliches Budget von 360 Millionen Euro für das Qualifizierungsgeld veranschlagt, das dann für 2024 auf 200 Millionen Euro reduziert wurde. Tatsächlich ausgegeben wurden 2024 jedoch lediglich 108.035 Euro, im Jahr darauf 442.408 Euro.

Der Zentralverband des Handwerks (ZdH) empfiehlt angesichts der faktischen Nicht-Nutzung des Instruments dessen Abschaffung. Das würde den bestehenden Instrumentenkasten der Qualifizierung übersichtlicher machen, sagte ein Sprecher dem „Handelsblatt“. Die Ursache für das Desinteresse liegt nach Ansicht des Handwerks im großen Aufwand: Betriebe müssten nachweisen, dass eine Umschulung transformationsbedingt ist, und es müssten je nach Betriebsgröße mindestens zehn bis zwanzig Prozent der Belegschaft betroffen sein.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundesagentur für Arbeit (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Von April 2024 bis Dezember 2025 erreichte das Qualifizierungsgeld für Umschulungen innerhalb der Betriebe durch die Bundesagentur für Arbeit so gut wie keine 400 Beschäftigten
  • Ausgegebene Mittel 2024: 108.035 Euro; 2025: 442.408 Euro
  • Zentralverband des Handwerks empfiehlt die Abschaffung des Qualifizierungsgelds aufgrund der faktischen Nicht-Nutzung und des hohen Nachweis- bzw. Beteiligungsaufwands der Betriebe

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Beschäftigte in Betrieben in Deutschland: Qualifizierungsgeld für Umschulungen wird von April 2024 bis Dezember 2025 so gut wie nicht genutzt, Förderung erreicht insgesamt weniger als 400 Beschäftigte (laut Bundesregierung)
  • Deutschlandweite Betriebe/Branchen für betriebsinterne Transformation: jährliches Budget geplant 360 Mio. Euro, 2024 auf 200 Mio. Euro reduziert; tatsächlich ausgegeben 2024 108.035 Euro, 2025 442.408 Euro
  • Betriebe des Handwerks/Umsetzung in der Praxis: Aufwand für Nachweise und Mindestquote von ca. 10 bis 20 Prozent der Belegschaft erforderlich, dadurch faktisches Desinteresse (regionen-/zahlenbasiert im Text nur auf das Instrument bezogen, nicht auf einzelne Regionen)

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • kaum Nachfrage nach dem seit 2024 eingeführten Qualifizierungsgeld für betriebsinterne Umschulungen; von April 2024 bis Dezember 2025 wurden weniger als 400 Beschäftigte gefördert
  • als Gründe nennt das Handwerk den hohen administrativen Aufwand; Betriebe müssen umfangreich nachweisen, dass die Umschulung transformationsbedingt ist, und es müssen je nach Betriebsgröße mindestens 10 bis 20 Prozent der Belegschaft betroffen sein
  • Hintergrund ist die erwartete Unterstützung der Transformation der Wirtschaft (z. B. Umschulung von Experten für Verbrenner auf E-Autos sowie für Fotovoltaik- und Wärmepumpen-Technik) bei gleichzeitig hohen Umbaukosten, während das Förderbudget von ursprünglich 360 Mio. Euro auf 200 Mio. Euro (2024) gekürzt und tatsächlich nur sehr geringe Summen ausgegeben wurden

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Die Bundesregierung hat in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage die geringe Inanspruchnahme des Qualifizierungsgelds ausgewiesen und damit die Wirkung des Instruments überprüft
  • Die Bundesagentur für Arbeit fördert die Umschulungen im Rahmen des Qualifizierungsgelds bisher kaum, obwohl das Arbeitsministerium dafür Budget bereitgestellt hat
  • Das Handwerk fordert die Abschaffung des Qualifizierungsgelds, weil der Nachweis- und Planungsaufwand für Betriebe hoch ist
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH