EnBW für niedrigeres Offshore-Ausbauziel
Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung
Energiepolitik in Deutschland: Windkraft und Kosten
Karlsruhe () – Der Vorstandsvorsitzende des Energieversorgers EnBW, Georg Stamatelopoulos, fordert die Bundesregierung auf, weniger Windräder in Nord- und Ostsee anzustreben als bislang geplant. „Wir müssen die Bezahlbarkeit im Auge behalten. Ein niedrigeres Ausbauziel wäre eine sinnvolle Korrektur nach 20 Jahren, kein Bremsen“, sagte er der FAZ.
Die Bundesregierung will mindestens 70 Gigawatt bis zum Jahr 2045 errichten lassen. Derzeit sind knapp zehn Gigawatt installiert. Doch die Situation der Branche habe sich „dramatisch verschlechtert“. „Windturbinen, Logistik, Kabel – alles ist teurer geworden. Im Fünf-Jahres-Vergleich liegt die Kostensteigerung bei 30 bis 40 Prozent, über 15 Jahre bei mehr als 50 Prozent“, so Stamatelopoulos. Deshalb schlägt er vor: „Lasst uns erst einmal 55 Gigawatt bauen, und dann sehen wir weiter.“
EnBW betreibt bislang mit Baltic I, Baltic II, Hohe See und Albatros vier Parks. Im Spätsommer soll zudem He Dreiht mit rund 960 Megawatt hinzukommen. 55 der 64 Turbinen seien bereits installiert und etwa 30 davon in Betrieb.
Den Kurs von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verteidigt Stamatelopoulos grundsätzlich. „Die Bundesregierung geht Dinge an, die seit langer Zeit geregelt werden müssen. Die Energiewende ist ein Langzeitprojekt, und das, was vor 20 Jahren richtig war, muss nicht unbedingt jetzt auch noch richtig sein.“ Jedoch verkaufe Reiche ihre Politik „mitunter kommunikativ schlecht“.
Zudem hält er den geplanten Redispatchvorbehalt für falsch. Er schlägt stattdessen vor, dass die Betreiber von Wind- und Solarparks jeweils für fünf Jahre auf je 200 Stunden Entschädigung verzichten, wenn in einem Jahr fünf bis zehn Prozent des erzeugten Stroms abgeregelt werden müssen. Anders als bei Reiches Vorschlag könne „die Bank dieses Risiko der Erlösminderung konkret abschätzen“, sodass der Bau leichter zu finanzieren werde.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Windräder (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- EnBW-Chef fordert weniger Windräder in Nord- und Ostsee als bislang geplant.
- Vorschlag: zunächst 55 Gigawatt statt 70 Gigawatt bis 2045 bauen.
- Geplanten Redispatchvorbehalt für falsch gehalten; alternative Entschädigungsregelung vorgeschlagen.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Bundesregierung, Ziel 70 Gigawatt bis 2045
- EnBW, aktuelle 10 Gigawatt installiert, Vorschlag 55 Gigawatt
- Kostensteigerung in der Branche 30-40% in 5 Jahren, über 50% in 15 Jahren
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Forderung nach weniger Windrädern in Nord- und Ostsee aufgrund steigender Kosten
- Dramatische Kostensteigerung in der Branche (30-40% in 5 Jahren, über 50% in 15 Jahren)
- Vorschlag zur Reduzierung des Ausbauziels auf 55 Gigawatt als sinnvolle Korrektur
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Bundesregierung plant mindestens 70 Gigawatt bis 2045 zu bauen
- Vorschlag, zunächst auf 55 Gigawatt zu reduzieren
- Betreiber von Wind- und Solarparks sollen auf Entschädigung verzichten, um Baufinanzierung zu erleichtern
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