Tourismuskoordinator Ploß unterstützt liberalere Sonntagsöffnungen
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Politik und Wirtschaft: Debatte um Sonntagsschutz in Deutschland
Berlin () – In der Debatte über weitreichendere Sonntagsöffnungen unterstützt der Tourismuskoordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU), die Forderung des Handels nach einer Lockerung der bestehenden Regeln.
Ploß sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, er könne die Argumente des Handelsverbandes Deutschland (HDE) auch aus tourismuspolitischer Sicht sehr gut nachvollziehen. Ob Urlauber sich für Deutschland entschieden, hänge auch von attraktiven Geschäften und Verkaufsangeboten ab. Die derzeitigen Regelungen stammten noch aus einer Zeit, in der es keinen Online-Handel gegeben habe. „Flexiblere Öffnungszeiten würden es den deutschen Einzelhändlern ermöglichen, im Wettbewerb mit den immer verfügbaren Online-Händlern mitzuhalten“, so Ploß. Zudem würden liberalere Regeln den deutschen Innenstädten einen Schub verleihen.
Scharfe Kritik äußerte der Sozialverband Deutschland (SoVD). Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier warnte davor, den Sonntagsschutz aufzuweichen. Der Sonntag sei verfassungsrechtlich geschützt und weit mehr als ein Wirtschaftsfaktor – er sei ein unverzichtbarer Tag für Erholung, Familie und gesellschaftlichen Zusammenhalt, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sonntagsarbeit sei dort notwendig, wo sie der Daseinsvorsorge diene, etwa im Gesundheitswesen oder bei Polizei und Verkehr. In anderen Bereichen müsse sie aber die Ausnahme bleiben. Beschäftigte bräuchten verlässliche Arbeitszeiten, echte Mitbestimmung und faire Bedingungen. „Flexibilität darf keine Einbahnstraße sein“, betonte Engelmeier. Bei jeder Reform dürfe nicht allein die wirtschaftliche Perspektive zählen, sondern auch der Wert des Sonntags für Zusammenhalt und Lebensqualität.
Die Debatte um den Sonntagsschutz hatte neuen Schwung erhalten, nachdem Union und SPD im Koalitionsausschuss längere Sonntagsöffnungszeiten für Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken vereinbart hatten. Damit setzt die Koalition eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um. Daraufhin erneuerte der HDE seine Forderung nach einer weitergehenden Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. Gewerkschaften und Sozialverbände verweisen dagegen auf den besonderen Schutz der Sonn- und Feiertage durch das Grundgesetz und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Christoph Ploß (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Christoph Ploß unterstützt die Forderung nach Lockerung der Sonntagsöffnungszeiten aus tourismuspolitischer Sicht.
- Union und SPD vereinbarten im Koalitionsausschuss längere Sonntagsöffnungszeiten für Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken.
- Der Sozialverband Deutschland warnt vor einer Aufweichung des Sonntagsschutzes und betont dessen gesellschaftliche Bedeutung.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Einzelhändler, Touristen, Urlauber; betrifft alle Regionen Deutschlands; Zielgruppe sind vor allem diejenigen, die in Innenstädten einkaufen.
- Sozialverband Deutschland (SoVD), Beschäftigte; betrifft vor allem Arbeitnehmer im Einzelhandels- und Dienstleistungssektor; warnen vor geschäftlichen Fristen und der Aufweichung des Sonntagsschutzes.
- Koalition von Union und SPD; Umsetzung bereits vereinbarter Regelungen für Bäckereien und Bibliotheken; bezieht sich auf die zukünftige Diskussion um längere Öffnungszeiten.
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
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- Notwendigkeit flexiblerer Öffnungszeiten, um im Wettbewerb mit Online-Händlern zu bestehen
- Warnung vor den Auswirkungen einer Aufweichung des Sonntagsschutzes auf Erholung und gesellschaftlichen Zusammenhalt
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- Forderung nach flexibleren Regelungen für den Einzelhandel zur Stärkung des Wettbewerbs mit Online-Händlern
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