Mehrheit hält Rentenreform-Vorschläge für unausgewogen

30. Juni 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Rentenreform in Deutschland: Vorschläge und Debatte

() – Die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission hat ein umfassendes Paket mit 33 Vorschlägen zur Rentenreform vorgelegt. Dazu gehören unter anderem die Abschaffung der Frühverrentung mit 63 Jahren und von Minijobs, die Ausweitung der Beitragszahler sowie eine langsamere Steigerung. Außerdem schlagen die Experten die Einführung einer kapitalgedeckten Zusatzrente vor.

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von „Stern“ und RTL halten nur 35 Prozent der Deutschen diese Vorschläge für ausgewogen, 61 Prozent haben dagegen nicht diesen Eindruck. Vier Prozent antworteten mit „weiß nicht“. Die Rentenreform würde viele Millionen Menschen in betreffen. Umstritten ist vor allem die weitgehende Abschaffung der Minijobs, also der geringfügig entlohnten Beschäftigung, für die Arbeitnehmer keine Sozialabgaben zahlen. Derzeit ist der Verdienst auf 603 Euro pro Monat begrenzt, rund 6,8 Millionen geringfügig Beschäftigte sind aktuell bei der Minijob-Zentrale gemeldet. Über 60 Prozent davon sind Frauen.

Ebenfalls kontrovers diskutiert wird die Abschaffung der Frührente mit 63 nach 45 Berufsjahren ohne Abschläge. Denn davon profitierten vorwiegend männliche Besserverdiener mit lückenloser Berufsbiografie – und nicht die viel zitierten Malocher, argumentieren Befürworter der Reform. Stattdessen soll das reguläre Rentenalter an die Lebenserwartung angepasst werden und daher weiter steigen. Auch die Verbeamtung von Lehrern stellen die Experten infrage. So fordern sie eine Begrenzung der Pensionen und eine stärkere Anpassung an die Entwicklungen der gesetzlichen Rentenversicherung.

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Während von den Erwerbstätigen 69 Prozent die Vorschläge für ungerecht halten, meinen das von den Rentnern mit 48 Prozent deutlich weniger. Am häufigsten haben die Anhänger der CDU/CSU (57 Prozent) und die der Grünen (52 Prozent) den Eindruck, dass die Vorschläge der Rentenkommission ihrem selbstformulierten Anspruch gerecht werden, eine verlässliche Absicherung im Alter zu gewährleisten, ohne die Beitragszahler zu überfordern. Von den Anhängern der SPD meint das etwas weniger als die Hälfte (43 Prozent), von den Anhängern der Linken (25 Prozent) und der AfD (13 Prozent) jeweils nur eine deutliche Minderheit.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Übergabe des Berichts der Rentenkommission (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Abschaffung der Frühverrentung mit 63 Jahren und von Minijobs vorgeschlagen
  • Einführung einer kapitalgedeckten Zusatzrente als Teil der Reform
  • Anpassung des regulären Rentenalters an die Lebenserwartung soll stattfinden

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft viele Millionen Menschen in Deutschland
  • 6,8 Millionen geringfügig Beschäftigte, davon über 60 Prozent Frauen
  • 69 Prozent der Erwerbstätigen halten Vorschläge für ungerecht

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Vorliegende Rentenreform soll Frühverrentung und Minijobs abschaffen, um das System zu entlasten.
  • Große öffentliche Zustimmung fehlt, viele sehen die Vorschläge als ungerecht an.
  • Altersgrenze soll an die steigende Lebenserwartung angepasst werden, was vor allem höherverdienende Männer betrifft.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Abschaffung der Frühverrentung mit 63 Jahren und von Minijobs.
  • Einführung einer kapitalgedeckten Zusatzrente.
  • Anpassung des regulären Rentenalters an die Lebenserwartung.
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