Mikrozensus: Viele junge Syrer und Afghanen ohne Berufsabschluss

20. Juni 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Bildung und Erwerbslosigkeit von Migranten in Deutschland

() – Ein Großteil der jungen Menschen aus Asylherkunftsländern hat keinen anerkannten beruflichen Abschluss. Das geht aus Daten des Mikrozensus hervor, die das Bundesbildungsministerium auf Anfrage der AfD-Fraktion zur Verfügung gestellt hat und über welche die „Welt am Sonntag“ berichtet.

Demnach hatten 2025 74,5 Prozent der Syrer im Alter von 25 bis 34 Jahren keinen beruflichen Abschluss, bei den Afghanen waren es 72,1 Prozent. Bei den Somaliern lag die Quote bei 85,8 Prozent. Insgesamt hatten mehr als eine Million Ausländer im Alter von 25 bis einschließlich 34 Jahren keinen beruflichen Abschluss – 42,1 Prozent aller Ausländer in dieser Altersgruppe. Der Anteil der Deutschen ohne beruflichen Abschluss liegt in dieser Altersgruppe bei 13,9 Prozent.

Der arbeitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, René Springer, sagte, die Bildungszahlen belegten es schwarz auf weiß: „Wir lösen den Fachkräftemangel nicht durch die massenhafte Einwanderung eines Bildungsprekariats.“ Eine Sprecherin des Bundesbildungsministeriums sagte der Zeitung, dem Ministerium lägen keine aktuellen Studien vor, die den im Mikrozensus ausgewiesenen hohen Anteil von Personen mit syrischer oder afghanischer Staatsangehörigkeit ohne Berufsabschluss erklärten.

Das Ministerium verwies aber auf eine Studie zu Migranten, die zwischen 2015 und 2017 nach kamen. Viele seien bei ihrer Einreise noch jung gewesen. Es sei davon auszugehen, dass Krieg, Verfolgung und Fluchterfahrungen häufig zu unterbrochenen Bildungsbiografien geführt hätten.

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Zu berücksichtigen sei auch, dass es in und kein Berufsbildungssystem gebe, das mit dem deutschen vergleichbar sei. Viele handwerkliche, technische und kaufmännische Berufe würden zum Teil ohne formale Ausbildung ausgeübt. Die im Mikrozensus dargestellten fehlenden formalen Abschlüsse seien daher nicht mit fehlenden Kompetenzen gleichzusetzen.

Der hohe Anteil der formal Unqualifizierten ist aus Sicht des Ministeriums dennoch ein Problem. Junge Menschen ohne Berufsabschluss seien diversen Risiken ausgesetzt, sagte die Sprecherin. Sie hätten langfristig weniger Chancen auf gute Beschäftigung und ein ausreichendes Einkommen. Das Ministerium habe eine Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung gestartet, so die Sprecherin weiter. Diese beinhalte unter anderem Maßnahmen, um junge Menschen bestmöglich auf den Übergang von der Schule in den Beruf vorzubereiten.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundesagentur für Arbeit (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • 74,5 % der syrischen, 72,1 % der afghanischen und 85,8 % der somalischen jungen Menschen haben keinen anerkannten beruflichen Abschluss.
  • Über 1 Million Ausländer im Alter von 25 bis 34 Jahren ohne beruflichen Abschluss, 42,1 % dieser Altersgruppe.
  • Bildungssysteme in Syrien und Afghanistan sind nicht mit dem deutschen vergleichbar; viele Berufe werden ohne formale Ausbildung ausgeübt.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft junge Menschen aus Asylherkunftsländern, insbesondere Syrer (74,5 %), Afghanen (72,1 %) und Somalier (85,8 %)
  • mehr als eine Million Ausländer im Alter von 25 bis 34 Jahren ohne beruflichen Abschluss (42,1 %), Deutsche in dieser Altersgruppe bei 13,9 %
  • Zeitraum 2025 für die bereitgestellten Daten, Studien zu Migranten, die zwischen 2015 und 2017 nach Deutschland kamen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Hoher Anteil junger Menschen aus Asylherkunftsländern ohne anerkannten Berufsausbildung.
  • Krieg, Verfolgung und Fluchterfahrungen beeinflussen Bildungsbiografien negativ.
  • Mangel an vergleichbaren Berufsbildungssystemen in Herkunftsländern.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung gestartet
  • Maßnahmen zur besseren Vorbereitung junger Menschen auf den Übergang von der Schule in den Beruf
  • Keine aktuellen Studien zur Erklärung des hohen Anteils ohne Berufsabschluss verfügbar
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH