BDI-Präsident: KI kann "neue Wachstumsstory" werden

20. Juni 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaft: Künstliche Intelligenz und Industrie in Deutschland

() – Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Peter Leibinger, sieht in der Künstlichen Intelligenz (KI) die Chance, die schleichende Deindustrialisierung in zu stoppen. „Industrielle KI kann unsere neue Wachstumsstory werden“, sagte er in einem Podcast der FAZ.

Keine Volkswirtschaft könne wie Deutschland hochwertige, hochtechnologische Produkte erzeugen, eingebettet in ein Netzwerk aus enger Kundenbindung, internationalen Zulieferern und internationalen Kunden. „Das ist eine industrielle Stärke, die wir im KI-Zeitalter neu ausspielen können“, sagte Leibinger. Durch KI in den Fabriken könne Wertschöpfung im Land gehalten bleiben. Das sei auch dringend nötig. „Die Deindustrialisierung findet statt, und ich sehe nicht, dass sie sich verlangsamt“, so Leibinger. Die Produktion in der Industrie sei seit 2018 um 14 Prozent geschrumpft.

Für den Fall, dass durch KI Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen, zeigte sich Leibinger offen für eine Roboter- oder KI-Steuer. Das beitragsfinanzierte Sozialsystem lebe davon, dass wir in Deutschland hochbezahlte Industriejobs haben. Wenn die durch KI und Roboter ersetzt würden, sei eine entsprechende Steuer „konsequent gedacht“. Allerdings könne eine solche Steuer, wenn sie nur in Deutschland eingeführt würde, im internationalen Wettbewerb zum Nachteil werden. Am Ende werde man aber womöglich nicht drumherum kommen, „unsere vielfältigen Versicherungsleistungen auch anders zu finanzieren“, sagte der BDI-Chef.

Siehe auch:  BA-Vorstand fordert Akzeptanz von Englisch als Arbeitssprache

Allerdings sieht er die Gefahr, dass Künstliche Intelligenz zur geostrategischen Waffe wird. Mit Blick auf Donald Trumps Vorgehen gegen das KI-Unternehmen Anthropic, das sein neuestes Sprachmodell nicht mehr exportieren darf, sagte Leibinger: „Das ist die erste Manifestation, ja. Dass das ein hochstrategisches Thema ist, steht außer Frage.“

Auf die Frage, ob es problematisch sei, dass die großen Sprachmodelle aus den USA und kommen, so der BDI-Präsident: „Da haben wir ein Problem, ja.“ Er erwartet zudem, dass KI für Anwender in der Industrie immer teurer werden wird. Zum Luxusgut werde KI nicht, „aber zu einem erheblichen Kostenfaktor“. Das sehe man bei allen digitalen Leistungen – von Office-Software über Cloud-Dienste -, und bei KI werde es genauso laufen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Peter Leibinger (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Peter Leibinger sieht in KI eine Chance, die Deindustrialisierung in Deutschland zu stoppen.
  • Er zeigt sich offen für die Einführung einer Roboter- oder KI-Steuer, um den Verlust hochbezahlter Industriejobs auszugleichen.
  • Leibinger warnt vor der Gefährdung durch Künstliche Intelligenz als geostrategische Waffe und erwartet steigende Kosten für KI-Anwendungen in der Industrie.

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Künstliche Intelligenz kann Deindustrialisierung stoppen
  • Produktion in der Industrie seit 2018 um 14 Prozent geschrumpft
  • Gefahr, dass KI zur geostrategischen Waffe wird

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Förderung und Integration von Künstlicher Intelligenz in die Industrie
  • Diskussion über mögliche Einführung einer Roboter- oder KI-Steuer
  • Beobachtung der geostrategischen Entwicklungen im Bereich KI und deren Auswirkungen auf den internationalen Wettbewerb
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)