Wirtschaftsweiser für Kopplung des Rentenalters an Lebenserwartung

20. Juni 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftliche Reformen in Deutschland

() – Der Ökonom Gabriel Felbermayr, seit März einer der fünf Wirtschaftsweisen, spricht sich für eine Verknüpfung des Renteneintrittsalters mit der Lebenserwartung aus.

Ehe die Rentenkommission der Bundesregierung am Dienstag ihren Bericht präsentiert, sagte Felbermayr dem Nachrichtenportal T-Online: „Wir sollten das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung koppeln. Wenn wir alle im Schnitt ein Jahr länger leben, dann sollten wir von diesem einen Jahr einen Teil auch länger arbeiten.“ Viele OECD-Länder hätten das bereits gemacht, „ sollte das auch tun, weil es fair und logisch ist“.

Zudem schlägt er vor: „Das jährliche Rentenplus sollte sich nicht länger am durchschnittlichen Lohnzuwachs orientieren. Stattdessen sollten wir die Rentenerhöhung an die Inflation koppeln.“ Das spare Geld, weil die Löhne in der Regel schneller stiegen als die Preise. „Und es ist auch fair, schließlich verliert so kein Rentner an Kaufkraft.“

Die Idee, auch Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen, bezeichnete der Ökonom als „Nebelkerze“. Allerdings kritisierte er die hohe Zahl der Beamten in Deutschland, die in der Gesellschaft zu einer Zweiklassen-Wahrnehmung führe und damit zu einer geringen Reformbereitschaft. „Deutschland sollte sich ein Beispiel an nehmen – und insgesamt deutlich weniger Staatsdiener verbeamten“, sagte Felbermayr. „Fast nirgends wird so flächendeckend verbeamtet wie in Deutschland. Polizisten, Richter, Staatsanwälte, Menschen also, die hoheitliche Aufgaben erfüllen, müssen Beamte sein, klar. Aber Lehrer und Professoren zum Beispiel müssen keine Beamte sein, Fachkräfte in den Finanzämtern auch nicht.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Gabriel Felbermayr (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Verknüpfung des Renteneintrittsalters mit der Lebenserwartung vorgeschlagen.
  • Rentenerhöhung künftig an die Inflation statt am Lohnzuwachs orientieren.
  • Kritik an hoher Anzahl von Beamten in Deutschland und Vorschlag zur Reduzierung.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Zielgruppe: Rentner und zukünftige Rentenempfänger in Deutschland
  • Region: Deutschland
  • Empfehlung: Renteneintrittsalter an Lebenserwartung koppeln, jährliches Rentenplus an Inflation orientieren

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Vorschlag von Gabriel Felbermayr zur Kopplung des Renteneintrittsalters mit der Lebenserwartung, um längere Lebensarbeitszeiten zu fördern.
  • Methoden zur Rentenerhöhung sollen an die Inflation und nicht an den Lohnzuwachs gekoppelt werden, um die Kaufkraft der Rentner zu sichern.
  • Kritik an der hohen Zahl der Beamten in Deutschland, die zu einer Zweiklassen-Wahrnehmung führe und Reformen behindere.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung
  • Anpassung der Rentenerhöhung an die Inflation statt an Lohnzuwachs
  • Reduzierung der Verbeamtung in Deutschland, insbesondere bei Lehrern und Fachkräften in Finanzämtern
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