Sachsen-Anhalts Innenministerin warnt vor Radikalisierung im Netz

17. Juni 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaftliche Sicherheitsbedenken in Sachsen-Anhalt

() – -Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) sieht große Online-Reichweiten für Gewaltaufrufe als Gefahr für die innere Sicherheit.

„Gewaltverherrlichende Bilder und Videos haben in sozialen Medien ein unglaubliches Verbreitungspotenzial“, sagte Zieschang der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Mittwochsausgabe). „Wir erleben in allen Bereichen des Extremismus, dass die Radikalisierungsphasen immer kürzer werden. Das nehmen wir bei Rechtsextremisten genauso wie bei Islamisten wahr.“

Als abschreckendes Beispiel nannte sie ein von Anhängern des Islamischen Staats verbreitetes Foto, welches zum Einsatz von Autos als Waffe gegen Menschen aufruft. „Wenn so etwas tausende Menschen erreicht, kann man womöglich auch einen finden, der sich zu einer Nachahmungstat motivieren lässt“, sagte Zieschang.

Als wachsendes Problem in bezeichnete Zieschang rechtsextreme Gewalt. „Das sind lose strukturierte Gruppen, die sich teils nur über soziale Medien organisieren. Das macht es schwierig für die Polizei“, so die Ministerin. „Auffällig ist, dass einige Gruppen optisch Anleihe bei den Baseballschlägerjahren nehmen, zum Beispiel durch Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln.“

Anders als in den Jahren nach der Wiedervereinigung bekämen solche Gruppen aber heute keinen positiven Widerhall. „Es gibt keine gesellschaftspolitische Akzeptanz für Gewalt.“ Störaktionen gegen CSD-Aufzüge seien daher rückläufig.

Siehe auch:  Steinmeier fordert mehr bürgerschaftlichen Einsatz
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Tamara Zieschang am 13.06.2026

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Große Online-Reichweiten für Gewaltaufrufe stellen eine Gefahr für die innere Sicherheit dar.
  • Rechtsextreme Gewalt nimmt in Sachsen-Anhalt zu, organisiert über soziale Medien.
  • Störaktionen gegen CSD-Aufzüge sind rückläufig, gesellschaftspolitische Akzeptanz für Gewalt fehlt.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind: rechtsextreme und islamistische Gruppen, insbesondere in Sachsen-Anhalt
  • Zielgruppen: Jugendliche und potenzielle Nachahmer von Gewaltaufrufen
  • Probleme: steigende Radikalisierung, Verbreitung von gewaltverherrlichenden Inhalten in sozialen Medien

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Online-Reichweiten für Gewaltaufrufe als Gefahr für die innere Sicherheit
  • Radikalisierungsphasen verkürzen sich bei Extremisten
  • Rechtsextreme Gewalt und lose organisierte Gruppen, die sich über soziale Medien austauschen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Überwachung von gewaltverherrlichenden Inhalten in sozialen Medien
  • verstärkter Austausch zwischen Behörden zur Bekämpfung von Extremismus
  • Erhöhung der Sensibilisierung für rechtsextreme Gewalt und deren Strukturen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH