Topmanager fürchten Risiken durch Kriege und Handelskonflikte

11. Juni 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftliche Risiken für die Industrie in Deutschland

() – Ein Großteil der Spitzenvertreter größerer Produktionsbetriebe sieht angesichts aktueller Kriege und Handelskonflikte erhebliche Risiken für die deutsche Industrie. Das ergab eine Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach unter Topentscheidern aus 154 Unternehmen des produzierenden Gewerbes in , die mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen oder mindestens 100 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften, über die der „Spiegel“ berichtet. Auftraggeber war der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Mehr als die Hälfte der Topentscheider sieht demnach große oder sehr große Risiken für das eigene Unternehmen durch mögliche Störungen von Transportwegen sowie durch Lieferengpässe bei Rohstoffen oder Zwischengütern. Gleichzeitig schätzen mehr als 80 Prozent die Widerstandsfähigkeit („Resilienz“) des eigenen Unternehmens als eher hoch oder sehr hoch ein. Ein Widerspruch? Nein, erklärte der Lobbyverband. „Die meisten Unternehmen haben große Anstrengungen unternommen, sich bei Lieferketten und Absatzmärkten breiter aufzustellen“, sagte BDI-Präsident Peter Leibinger. Sie hätten dadurch ihre Verwundbarkeit reduziert, soweit es ihnen möglich gewesen sei. Auf geopolitische Bedrohungen wie die iranische Blockade der Meerenge von Hormus hätten einzelne Unternehmen jedoch keinen Einfluss – und fühlten sich deshalb weiterhin verwundbar.

Die Politik sei gefordert, Lagebilder zu erstellen, diese mit den Unternehmen zu teilen sowie Krisenstäbe und Prozesse zu koordinieren, sagte Leibinger. Das betreffe insbesondere das Kanzleramt und das Wirtschaftsministerium. „Die Unternehmen vermissen eine Gesamtstrategie für eine stärkere wirtschaftliche Resilienz des Standorts.“ Vorbild sei , das seine Abhängigkeit von bei bestimmten Rohstoffen und Vorprodukten seit Jahren systematisch reduziere. In Deutschland hingegen, kritisierte die Mehrheit der Befragten, mangle es an Frühwarnsystemen oder Kriseninformationen für die Firmen.

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In anderen Bereichen dagegen lobten Industrievertreter den Staat: Beim Abschluss internationaler Partnerschaften oder Freihandelsabkommen leiste er gute Arbeit. Auch die Kooperation mit staatlichen Stellen funktioniere in aller Regel gut bis sehr gut, nur 14 Prozent bewerteten sie als weniger gut. Rund ein Drittel der befragten Unternehmen profitiert zudem von Fördergeldern aus nationalen oder europäischen Programmen, die dazu beitragen, ihre wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu erhöhen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Industrieanlagen (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Mehr als 50 % der Topentscheider sehen erhebliche Risiken durch Transportstörungen und Lieferengpässe.
  • Über 80 % schätzen die eigene Resilienz als hoch oder sehr hoch ein.
  • Es besteht ein Mangel an Frühwarnsystemen und Kriseninformationen für Unternehmen in Deutschland.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: Spitzenvertreter aus 154 Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland, mehr als 500 Mitarbeiter oder 100 Millionen Euro Umsatz
  • Wahrgenommene Risiken: Über 50% sehen große oder sehr große Risiken durch Störungen von Transportwegen und Lieferengpässe
  • Wahrnehmung der eigenen Resilienz: Über 80% schätzen die Widerstandsfähigkeit des eigenen Unternehmens als hoch oder sehr hoch ein

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Risiken durch aktuelle Kriege und Handelskonflikte
  • Störungen von Transportwegen und Lieferengpässe bei Rohstoffen
  • Mangel an Gesamtstrategie und Frühwarnsystemen für Unternehmen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Lagebilder erstellen und mit Unternehmen teilen
  • Krisenstäbe und Prozesse koordinieren
  • Gesamtstrategie für wirtschaftliche Resilienz entwickeln
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH