Missbrauchsbeauftragte fordert verschärften Jugendschutz

9. Juni 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaft: Schutz von Jugendlichen in Berlin

() – Die Bundesbeauftragte gegen sexuellen Kindesmissbrauch, Kerstin Claus, fordert eine Verschärfung der Gesetze zum Schutz von Jugendlichen.

Das derzeit geltende Schutzalter von 14 Jahren für sexuelle Kontakte mit Erwachsenen sei zu niedrig, sagte sie dem Tagesspiegel. Claus begrüßte grundsätzlich den Vorstoß von Justizministerin Stefanie Hubig (SPD), das Prinzip „Nur Ja heißt Ja“ für Minderjährige einzuführen. Sie erklärte: „Das ist ein erster Schritt. Doch er allein reicht nicht, wenn es darum geht, Jugendliche künftig besser zu schützen.“

Claus ergänzte, Schulen seien in unzureichend auf Fälle sexualisierter Gewalt durch Lehrkräfte vorbereitet. Es fehle bundesweit an Wissen über Täterstrategien und Missbrauchsmuster – auch bei der Schulaufsicht, die disziplinarisch für die Prüfung solcher Vorwürfe zuständig ist. Claus fordert verpflichtende Schulungen in allen Bundesländern. Ein weiteres Problem sei das Schweigen der Schulen. Vorfälle würden selten aufgearbeitet, Betroffene fänden kein Gegenüber. Zudem meldeten Schulen Fälle kaum den zuständigen Unfallkassen – obwohl Betroffene dort Anspruch auf Therapiekosten oder Renten haben könnten. Claus nennt dies einen „Skandal“. Für den Spätsommer kündigt sie eine deutschlandweite Befragung von Neuntklässlern zu Gewalterfahrungen an.

Anlass ist eine Tagesspiegel-Recherche zum mutmaßlichen sexuellen Missbrauch mehrerer Schülerinnen durch einen Berliner Lehrer. Er soll zwischen 2016 und 2021 mehrere Schülerinnen sexuell missbraucht haben, in einem Fall soll es zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Der Fall wird aktuell vor dem Berliner Landgericht verhandelt. Am kommenden Freitag soll das Urteil fallen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Kerstin Claus (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Kerstin Claus fordert eine Erhöhung des Schutzalters für sexuelle Kontakte mit Erwachsenen über 14 Jahre.
  • Zustimmung zu Justizministerin Stefanie Hubigs Vorstoß für das Prinzip "Nur Ja heißt Ja" für Minderjährige, jedoch unzureichend für besseren Schutz von Jugendlichen.
  • Ankündigung einer deutschlandweiten Befragung von Neuntklässlern zu Gewalterfahrungen für den Spätsommer.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Zielgruppe: Jugendliche, insbesondere Neuntklässler
  • Region: Deutschland
  • Zeitraum: Spätsommer 2023 für die Befragung, Schutzalter von 14 Jahren als Thema

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Forderung nach Erhöhung des Schutzalters für sexuelle Kontakte auf über 14 Jahre
  • Unzureichende Vorbereitung von Schulen auf sexualisierte Gewalt durch Lehrkräfte
  • Mangelndes Wissen über Täterstrategien und unzureichende Aufarbeitung von Vorfällen in Schulen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Forderung nach Verschärfung der Gesetze zum Schutz von Jugendlichen
  • Einführen von verpflichtenden Schulungen in allen Bundesländern
  • Ankündigung einer deutschlandweiten Befragung von Neuntklässlern zu Gewalterfahrungen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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