Baden-Württemberg will Biomüll stärker zur Energiegewinnung nutzen

4. August 2026

Baden-Württemberg - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik: Abfall in

() – Die kommunalen Abfallentsorger in Baden-Württemberg haben im Jahr 2025 insgesamt rund 7,69 Millionen Tonnen Abfall beseitigt. Das waren knapp 0,8 Millionen Tonnen beziehungsweise 9 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte das Umweltministerium in Stuttgart mit.

Hauptgrund sei der anhaltende Rückgang der kommunal entsorgten Baumassenabfälle, ihre Menge sank von 2024 auf 2025 um 22 Prozent. Zugleich ging die Menge der häuslichen Abfälle leicht von 338 auf 334 Kilogramm pro Kopf und Jahr zurück.

Erstmals seien fast 80 Prozent der getrennt erfassten häuslichen Bioabfälle zur Energiegewinnung eingesetzt worden, hieß es weiter.

Der Bioabfall werde in Vergärungsanlagen zu Biogas umgewandelt, die Gärreste zu Düngemitteln verarbeitet. Die Landesregierung will die Biomasse-Menge bis 2030 von 55 auf 80 Kilogramm pro Einwohner und Jahr steigern, indem der Bioabfall-Anteil im Restmüll halbiert wird.

Die Biogaserzeugung stiege dadurch um 84 Prozent; damit könnten 2030 275.000 Menschen mit Strom und Wärme aus Bioabfall versorgt werden. Umweltministerin Thekla Walker sagte: „Abfall ist in weiten Teilen kein Müll, sondern eine Ressource.“

Die durchschnittlichen Abfallgebühren steigen nach Ministeriumsangaben um 5,6 Prozent, Baden-Württemberg bleibe aber im Bundesvergleich relativ günstig.

Als Gründe nannte das Ministerium Gehaltssteigerungen und höhere Spritkosten für Müllfahrzeuge. Weitere Ziele sind ein besserer Einsatz von Recycling-Beton im Bauwesen und die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm.

Vom Bund und der EU fordert das Land ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten, weil deren Akkus Brände in Müllanlagen auslösen können, sowie eine erweiterte Herstellerverantwortung bei Textilien.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Kompost (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Die kommunalen Abfallentsorger in Baden-Württemberg beseitigten 2025 rund 7,69 Millionen Tonnen Abfall, das waren knapp 0,8 Millionen Tonnen bzw. 9 Prozent weniger als im Vorjahr
  • Die Menge der kommunal entsorgten Baumassenabfälle sank 2025 um 22 Prozent im Vergleich zu 2024, und der Bioabfall-Anteil zur Energiegewinnung wurde erstmals zu fast 80 Prozent getrennt eingesetzt
  • Die Landesregierung plant, die Biomasse-Menge bis 2030 von 55 auf 80 Kilogramm pro Einwohner und Jahr zu steigern, die Abfallgebühren steigen um 5,6 Prozent, und es wird ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten sowie eine erweiterte Herstellerverantwortung bei Textilien vom Bund und der EU gefordert

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind kommunale Abfallentsorger in Baden-Württemberg; 2025 wurden rund 7,69 Millionen Tonnen Abfall beseitigt, etwa 0,8 Millionen Tonnen bzw. 9 Prozent weniger als 2024; Rückgang v. a. bei kommunal entsorgten Baumassenabfällen um 22 Prozent von 2024 auf 2025; häusliche Abfälle leicht von 338 auf 334 Kilogramm pro Kopf und Jahr
  • Ziel-/Zeitrahmen: bis 2030 Steigerung der Biomasse-Menge von 55 auf 80 Kilogramm pro Einwohner und Jahr durch Halbierung des Bioabfall-Anteils im Restmüll; dadurch Biogaserzeugung +84 Prozent und Versorgung von 2030 rund 275.000 Menschen mit Strom und Wärme aus Bioabfall
  • Zielgruppen/Adressaten: Landesregierung fordert Bund und EU mit Maßnahmen wie Verbot von Einweg-E-Zigaretten und erweiterte Herstellerverantwortung bei Textilien; Gebühren steigen Baden-Württemberg 5,6 Prozent (Ursachen Gehaltssteigerungen, höhere Spritkosten)

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Anhaltender Rückgang der kommunal entsorgten Baumassenabfälle als Hauptgrund, außerdem leicht rückläufige Menge häuslicher Abfälle von 338 auf 334 Kilogramm pro Kopf und Jahr
  • Überleitung getrennt erfasster häuslicher Bioabfälle zunehmend zur Energiegewinnung; Ziel Steigerung der Biomasse-Menge bis 2030 durch Halbierung des Bioabfall-Anteils im Restmüll, wodurch mehr Biogas erzeugt werden soll
  • Auslöser für höhere Abfallgebühren: Gehaltssteigerungen und höhere Spritkosten für Müllfahrzeuge sowie energie- und ressourcenbezogene Zielsetzungen, inkl. Forderungen nach Verbot von Einweg-E-Zigaretten und erweiterter Herstellerverantwortung bei Textilien

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Die Landesregierung will die Biomasse-Menge bis 2030 von 55 auf 80 Kilogramm pro Einwohner und Jahr steigern, indem der Bioabfall-Anteil im Restmüll halbiert wird
  • Der Bioabfall soll künftig stärker zur Energiegewinnung eingesetzt werden; fast 80 Prozent der getrennt erfassten Bioabfälle werden dafür bereits in Vergärungsanlagen zu Biogas verarbeitet
  • Das Land fordert vom Bund und der EU ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten sowie eine erweiterte Herstellerverantwortung bei Textilien
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)