Fahimi fürchtet "Prekarisierung junger Beschäftigter"

31. Juli 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftspolitik: warnt vor Arbeitsreformen

Berlin () – Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Yasmin Fahimi, warnt vor den Folgen der Abschaffung der Blockaltersteilzeit und leichterer Befristung von Arbeitsverträgen. Ersteres hatte die Alterssicherungskommission vorgeschlagen, Letzteres ist eine Einigung aus dem Koalitionsausschuss von Anfang Juli.

In Kombination „ist das eine Prekarisierung junger Beschäftigter in diesem Land“, sagte DGB-Chefin Yasmin Fahimi den Partnerzeitungen der „Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft“. „Das ist inakzeptabel.“

Die Abschaffung der Blockaltersteilzeit sei „völlig unnötig und gerade in dieser Zeit unangemessen“, erklärte Fahimi. Für Gewerkschaften und Arbeitgeber handele es sich dabei um ein Instrument des sozialverträglichen Beschäftigungsabbaus. Die Alternative zur Blockaltersteilzeit sei das Verhandeln eines Sozialplans. „Und dann gehen zuerst die, die als Letztes in den Betrieb gekommen sind – das sind in der Regel die Jüngeren“, so die DGB-Chefin.

Auch die Absicht, sachgrundlose Befristungen zu erleichtern, sieht sie kritisch. „Vier Jahre ohne Angabe von Gründen befristen zu können, heißt nichts anderes als vier Jahre Probezeit.“ Junge Beschäftigte hätten dann schlechtere Chancen auf einen Mietvertrag oder einen Kredit für Wohneigentum, sagte die DGB-Chefin.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Yasmin Fahimi (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Yasmin Fahimi (DGB) warnt vor den Folgen der geplanten Abschaffung der Blockaltersteilzeit und der erleichterten sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverträgen
  • Fahimi kritisiert die Abschaffung der Blockaltersteilzeit als unnötig und unangemessen und fordert statt dessen die Verhandlung von Sozialplänen
  • Sie hält die geplante Möglichkeit sachgrundloser Befristungen für eine faktische Verlängerung einer Probezeit mit schlechteren Chancen für Mietvertrag oder Kredit für Wohneigentum

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind junge Beschäftigte in Deutschland; besonders durch die Abschaffung der Blockaltersteilzeit und durch die geplante leichtere sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen; laut Text betrifft das vor allem Jüngere, die bei Beschäftigungsabbau zuerst gehen würden
  • Zeitlich/zahlenmäßig: sachgrundlose Befristungen sollen künftig vier Jahre ohne Angabe von Gründen möglich sein; laut Fahimi entspricht das faktisch einer Probezeit für junge Beschäftigte
  • Zeitraum/Quelle: leichte Befristungen gehen auf eine Einigung aus dem Koalitionsausschuss von Anfang Juli zurück; Abschaffung der Blockaltersteilzeit wird als Vorschlag der Alterssicherungskommission beschrieben

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Warnung der DGB-Vorsitzenden Yasmin Fahimi vor Prekarisierung junger Beschäftigter durch Abschaffung der Blockaltersteilzeit und erleichterte sachgrundlose Befristungen von Arbeitsverträgen
  • Abschaffung der Blockaltersteilzeit als unnötig und in „dieser Zeit“ unangemessen; Alternative sei ein Sozialplan, wodurch zuerst Ältere eher geschützt würden als Jüngere
  • Leichtere Befristungen als Auslöser schlechterer Perspektiven für junge Beschäftigte, da vier Jahre ohne Gründe einer „Probezeit“ gleichkämen und damit Chancen auf Mietvertrag oder Kredit für Wohneigentum sinken könnten

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Yasmin Fahimi warnt vor den Folgen der geplanten Abschaffung der Blockaltersteilzeit und fordert stattdessen die Verhandlung von Sozialplänen als Alternative
  • Die Politik plant die leichteren sachgrundlosen Befristungen von Arbeitsverträgen, was die DGB-Chefin als „Probezeit“ kritisiert
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