Siegener Forscher entwickeln Schlüsseltechnologie für Einstein-Teleskop

31. Juli 2026

Nordrhein-Westfalen - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung

Wissenschaft: Universität am Einstein-Teleskop

Siegen () – Die Universität Siegen beteiligt sich an den Vorbereitungen für das europäische Einstein-Teleskop. Wie die Universität Siegen am Freitag mitteilte, soll das Großexperiment künftig die Entstehung von schwarzen Löchern, die Struktur von Neutronensternen und die Beschaffenheit des Universums nach dem Urknall erforschen.

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert die Siegener Arbeiten mit mehr als 400.000 Euro.

Das geplante Teleskop soll bis zu tausendmal mehr Gravitationswellen aufzeichnen können als heutige Observatorien. Es soll komplett unter der Erdoberfläche entstehen und drei jeweils zehn Kilometer lange Arme besitzen.

Als mögliche Standorte sind die Euregio Maas-Rhein, die Oberlausitz und Sardinien im Gespräch. Eine Entscheidung wird für 2027 erwartet.

In Maastricht wird seit 2021 in der Testanlage ETpathfinder bereits Schlüsseltechnologien für das Teleskop erprobt.

Die Siegener Forscher arbeiten an einer besonders schnellen und flexibel programmierbaren Elektronik. Die Chips sollen so konfiguriert werden, dass sie KI-Algorithmen zur Unterdrückung von Störsignalen ausführen.

Damit wollen sie das sogenannte Newtonsche Rauschen ausgleichen, das durch seismische Wellen entsteht und die Messungen beeinflussen kann. „Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und einer spezialisierten Elektronik möchten wir die Störungen mit äußerst geringer zeitlicher Verzögerung erfassen und ausgleichen“, erklärt Projektleiter Markus Cristinziani.

Sein Kollege Markus Risse sagt, das Teleskop werde fundamentale Fragen des Universums untersuchen.

Gleichzeitig würden Methoden entwickelt, die an der Grenze des technisch Möglichen lägen. Durch Messungen im Niedrig-Frequenzbereich könnten künftige Ereignisse wie Verschmelzungen von Schwarzen Löchern und Neutronensternen schon im Voraus erkannt werden.

Siehe auch:  Kriminalität in Varel und Umgebung geht zurück

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Universität Siegen (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Universität Siegen beteiligt sich an den Vorbereitungen für das europäische Einstein-Teleskop; das Projekt soll künftige Entstehung von schwarzen Löchern, Struktur von Neutronensternen sowie Beschaffenheit des Universums nach dem Urknall erforschen
  • Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert die Siegener Arbeiten mit mehr als 400.000 Euro
  • Geplante technische Umsetzung: Teleskop komplett unter der Erdoberfläche, mit drei jeweils 10 Kilometer langen Armen; Standortentscheidungen werden für 2027 erwartet

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Universität Siegen beteiligt sich an den Vorbereitungen für das europäische Einstein-Teleskop zur Erforschung von schwarzen Löchern, Neutronensternen und dem Universum nach dem Urknall; Förderung der Siegener Arbeiten mit mehr als 400.000 Euro
  • Zielregion/Standorte: Euregio Maas-Rhein, Oberlausitz und Sardinien; Entscheidung über Standort wird für 2027 erwartet
  • Technik-/Zeithorizont: Teleskop soll bis zu tausendmal mehr Gravitationswellen als heutige Observatorien aufzeichnen und unter der Erdoberfläche mit drei je 10 km langen Armen gebaut werden; ETpathfinder in Maastricht testet seit 2021 Schlüsseltechnologien

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Hintergrund Ziel ist die Beteiligung der Universität Siegen an den Vorbereitungen für das europäische Einstein-Teleskop zur Erforschung der Entstehung von Schwarzen Löchern, der Struktur von Neutronensternen und der Beschaffenheit des Universums nach dem Urknall
  • Auslöser ist die Notwendigkeit, sehr viele Gravitationswellen sehr genau zu messen, weil heutige Observatorien deutlich weniger Gravitationswellen aufzeichnen können
  • Kontext Problem Newtonsches Rauschen durch seismische Wellen sowie Störsignale erfordern eine schnellere, flexibel programmierbare Elektronik mit KI zur Störsignalunterdrückung und zum möglichst verzögerungsarmen Erfassen/Ausgleichen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert die Arbeiten der Universität Siegen mit mehr als 400.000 Euro für das europäische Einstein-Teleskop
  • Die Testanlage ETpathfinder in Maastricht erprobt seit 2021 Schlüsseltechnologien für das Teleskop, während parallel die Siegener Forscher an schneller und flexibel programmierbarer Elektronik arbeiten
  • Eine Standortentscheidung für das Teleskop wird für 2027 erwartet (Euregio Maas-Rhein, Oberlausitz oder Sardinien)
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH