Mehr Zuwanderer als je zuvor in der EU berufstätig

23. Juli 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Arbeitsmarkt und Zuwanderung in der EU

Berlin () – In der EU sind mehr Zuwanderer als je zuvor berufstätig. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Centre for Research and Analysis of Migration des privaten Wirtschaftsforschungsinstituts Rockwool Foundation Berlin (RF), über welche die „Frankfurter Rundschau“ von Ippen.Media berichtet. Der Bericht basiert auf Daten des EU-Statistikamts Eurostat.

Demnach stieg im vergangenen Jahr der Anteil der erwerbstätigen Zuwanderer von 67,8 auf 68,2 Prozent in der EU. Die Beschäftigungsquote erreichte damit im Jahr 2025 ein Rekordhoch. Den größten Zuwachs verzeichneten laut RF Migranten aus Nicht-EU-Ländern, deren Beschäftigungsquote seit 2017 um 6,6 Prozentpunkte von 59,4 auf 66 Prozent im Jahr 2025 stieg. Die Erwerbsquote unter EU-Zuwanderern stieg derweil von 71,1 auf 74,8 Prozent. Zum Vergleich: Die der einheimischen Bevölkerung stieg in dem Zeitraum von 67,2 auf 71,6 Prozent.

„Der Anteil der Zuwanderer in Beschäftigung steigt seit vielen Jahren, und die Zahlen liegen nahe an denen der einheimischen Bevölkerung“, sagte Tommaso Frattini, stellvertretender Direktor des Forschungszentrums bei RF Berlin und Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Mailand, der „Frankfurter Rundschau“. Es gebe allerdings erhebliche Unterschiede je nach Herkunftsregion und Aufnahmeländern. So weisen Zuwanderer, die in anderen EU-Mitgliedstaaten geboren wurden, Beschäftigungsquoten auf, die die der einheimischen Bevölkerung teilweise sogar übertreffen. Bei Zuwanderern aus Nicht-EU-Ländern hingegen variieren die Ergebnisse zwischen den Aufnahmeländern stark. Besonders oft haben Zuwanderer aus diesen Ländern etwa Arbeit in (83,7 Prozent), Tschechien (77,3 Prozent) und (76,1 Prozent). Am niedrigsten ist die Quote in (58,5 Prozent) und (58,6 Prozent). In liegt die Beschäftigungsquoten von Nicht-EU-Zuwanderern bei 66,1 Prozent.

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Die Forscher sehen zudem eine Unterauslastung der Qualifikationen von Zuwanderern. In weiten Teilen Europas ist demnach die Wahrscheinlichkeit, dass hochqualifizierte Nicht-EU-Zuwanderer eine Beschäftigung finden, deutlich geringer als bei Einheimischen mit gleichem Bildungsniveau. „Europa hat bemerkenswerte Fortschritte bei der Integration von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt erzielt“, sagte Christian Dustmann, Direktor von RF Berlin und Professor für Wirtschaftswissenschaften am University College London. „Eine bessere Anerkennung ausländischer Qualifikationen, der Abbau unnötiger Zertifizierungshürden und eine Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Nicht-EU-Frauen könnten dazu beitragen, den Arbeitskräftemangel zu lindern und gleichzeitig das Humankapital Europas besser zu nutzen“, so Dustmann.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundesagentur für Arbeit (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Anteil erwerbstätiger Zuwanderer in der EU stieg im vergangenen Jahr von 67,8 Prozent auf 68,2 Prozent; Beschäftigungsquote erreichte 2025 ein Rekordhoch
  • Größter Zuwachs bei Migranten aus Nicht-EU-Ländern: Beschäftigungsquote stieg seit 2017 um 6,6 Prozentpunkte von 59,4 auf 66 Prozent im Jahr 2025
  • Unterauslastung von Qualifikationen für hochqualifizierte Nicht-EU-Zuwanderer festgestellt; gefordert werden bessere Anerkennung ausländischer Qualifikationen, Abbau von Zertifizierungshürden sowie höhere Erwerbsbeteiligung von Nicht-EU-Frauen

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen: Zuwanderer in der EU allgemein; Zeitraum: vergangenes Jahr bis 2025; Entwicklung: Anteil erwerbstätiger Zuwanderer von 67,8 auf 68,2 Prozent, Beschäftigungsquote 2025 Rekordhoch
  • Betroffen: Zuwanderer aus Nicht-EU-Ländern vs EU-Zuwanderer; Zeitraum: seit 2017 bis 2025; Entwicklung: Nicht-EU-Zuwanderer Beschäftigungsquote 59,4 auf 66 Prozent (+6,6 Prozentpunkte), EU-Zuwanderer 71,1 auf 74,8 Prozent
  • Betroffen: Aufnahmeländer innerhalb der EU; Beispiele Beschäftigungsquote Nicht-EU-Zuwanderer 2025: Malta 83,7 Prozent, Tschechien 77,3 Prozent, Irland 76,1 Prozent; niedrig: Belgien 58,5 Prozent, Finnland 58,6 Prozent; Deutschland 66,1 Prozent

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • EU-Statistiken (Eurostat) zeigen einen anhaltenden Anstieg des Anteils erwerbstätiger Zuwanderer, zuletzt von 67,8 auf 68,2 Prozent und damit auf ein Rekordhoch der Beschäftigungsquote im Jahr 2025; stärkster Zuwachs bei Nicht-EU-Zuwanderern (von 59,4 auf 66 Prozent seit 2017)
  • Unterschiedliche Beschäftigungsquoten je nach Herkunftsregion und Aufnahmeland; besonders hohe Quoten bei Nicht-EU-Zuwanderern zB Malta, Tschechien und Irland, niedrigere zB Belgien und Finnland; in Deutschland 66,1 Prozent
  • Hintergründe/Hebel laut Forschern: mögliche Unterauslastung von Qualifikationen bei hochqualifizierten Nicht-EU-Zuwanderern sowie Bedarf an besserer Anerkennung ausländischer Qualifikationen, Abbau von Zertifizierungshürden und höherer Erwerbsbeteiligung von Nicht-EU-Frauen zur Linderung des Arbeitskräftemangels und besseren Nutzung des Humankapitals

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