Trumpf will Laserwaffe zur Drohnenabwehr bis 2028
Baden-Württemberg - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaft: Trumpf in Ditzingen konkretisiert Pläne
Ditzingen () – Der schwäbische Technologiekonzern Trumpf hat seine Pläne für eine Laserwaffe zur Drohnenabwehr konkretisiert und erstmals konkrete Zeitangaben gemacht.
„Wir wollen bis Anfang 2027 ein System haben, mit dem wir auf den Schießplatz gehen und an Vergleichsschießen teilnehmen können“, sagte das zuständige Trumpf-Vorstandsmitglied Hagen Zimer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Man habe sich für das Projekt insgesamt drei Jahre Zeit gegeben.
Details waren bislang nicht bekannt. Zimer wies auf die wachsende Bedrohung vor allem durch Schwärme von Aufklärungs- und Kampfdrohnen hin, die künftig durch die Unterstützung von Künstlicher Intelligenz autonom herumfliegen und angreifen können.
„Das ist keine Science-Fiction mehr, sondern heute schon möglich.“ Nur mit Hilfe von Laserwaffen im Verbund mit anderen Abwehrmaßnahmen könnten solche Schwärme in Zukunft abgewehrt werden.
„Der Laser wird durch den Beschuss von Drohnen eine hocheffiziente und kostengünstige Komplementärwaffe zu bestehenden Systemen darstellen, um derzeit existierende Lücken zu schließen“, sagte der Trumpf-Manager der FAZ. Die Anschaffungskosten lägen im Bereich gängiger Raketensysteme.
Aber während jede Rakete einen sechsstelligen Betrag koste, lägen die Kosten je Laserschuss unter einem Dollar. Der Strombedarf halte sich dabei entgegen anderslautender Spekulationen in Grenzen.
„Wenn Sie einen Schwarm von 50 Drohnen innerhalb von zwei Minuten eliminieren wollen, brauchen Sie nur einen Bruchteil dessen, was etwa eine geladene Autobatterie leisten kann“, so Zimer. Derzeit bestehe die größte technische Herausforderung noch darin, den Laserstrahl sauber und ausreichend lange auf eine anfliegende Drohne zu richten, um sie abzuschießen.
Doch Zimer sieht die Lösung dafür auf den Weg gebracht. „Wir können mit Stolz behaupten, dass Trumpf der einzige große europäische Hersteller von Lasersystemen ist, der das auf Dauer bewerkstelligen kann.“
Außerdem forderte der Trumpf-Vorstand von der Bundesregierung eine klare Zusage für die Lasertechnik in der Kernfusion.
Bei der Magnettechnik habe man das getan und treibe die Errichtung einer Stellarator-Anlage zur Erprobung voran. „Wenn im Rahmen der Hightech-Agenda um das Jahr 2035 entschieden werden soll, mit welcher Technologie Fusionskraftwerke konzipiert werden sollen, dann muss man auch die Voraussetzungen dazu so schaffen, dass dies möglich ist.“
Im Gegenzug machte Zimer eine direkte Zusage an die Politik für einen solchen Fall: „Wenn entschieden wäre, dass beispielsweise in Biblis eine Fusionsanlage entsteht, dann hebe ich sofort die Hand und sage: Trumpf baut die Laser dafür. Die Industrie braucht in einem derart kostenintensiven Umfeld absolute Planungssicherheit.“
Für eine solche Testanlage wäre von rund 1.000 Lasern die Rede.
Die Kosten betrügen dafür rund 200 bis 300 Millionen Euro, für die es laut Zimer eine Förderung geben müsse.
Kernfusion gilt als Hoffnungsträger für die Energiefrage der Zukunft, weil bei ihr im Gegensatz zur Kernspaltung kein radioaktiver Abfall entsteht. Es gibt mit der Laser- und der Magnetresonanztechnologie zwei konkurrierende Ansätze.
Start-ups aus Deutschland sind in beiden Feldern gut vertreten. Die industrielle Nutzung liegt jedoch noch in weiter Ferne.
Mit Testanlagen bei Kundenunternehmen ist erst Mitte des kommenden Jahrzehnts zu rechnen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Start- und Landebahn an einem Flughafen (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Trumpf kündigte für sein Drohnenabwehr-Lasersystem Zeitplan an; bis Anfang 2027 soll ein System für Schießplatz- und Vergleichsschießen verfügbar sein, bis Ende 2028 rechnet das Unternehmen mit einem einsatzbereiten Produkt
- Trumpf hob als zentrale technische Herausforderung hervor, den Laserstrahl sauber und ausreichend lange auf eine anfliegende Drohne zu richten
- Trumpf verlangte von der Bundesregierung eine klare Zusage für Lasertechnik in der Kernfusion und kündigte für den Fall der Entscheidung zugunsten einer Fusionanlage in Biblis den Bau der Laser an; zudem nannte das Unternehmen für eine Testanlage rund 1.000 Laser und Kosten von etwa 200 bis 300 Millionen Euro sowie Förderung als erforderlich
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Zielgruppe Regionen: Trumpf (schwäbischer Technologiekonzern) mit Projekt zur Drohnenabwehr zusammen mit Rohde & Schwarz; geografisch Europa (u. a. Bezug auf Biblis als möglichen Fusionsstandort); betroffen sind Abwehr gegen Schwärme von Aufklärungs- und Kampfdrohnen durch Lasertechnik als Ergänzung zu bestehenden Systemen
- Zielgruppen Zeiträume: bis Anfang 2027 Schießplatz-/Vergleichsschießen mit System; bis Ende 2028 einsatzbereites Produkt; größte technische Hürde ist das dauerhaft saubere Ausrichten des Laserstrahls auf anfliegende Drohnen
- Zahlen/Finanzen/Zeitraum Fusion: bei möglicher Testanlage rund 1.000 Laser; Kosten rund 200 bis 300 Millionen Euro; Entscheidung für Fusionskraftwerkskonzepte im Rahmen Hightech-Agenda „um 2035“; Testanlagen bei Kunden erst Mitte des kommenden Jahrzehnts
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Verbesserung der Drohnenabwehr durch eine Laserwaffe gegen Schwärme von Aufklärungs- und Kampfdrohnen, besonders angesichts künftig autonom fliegender Systeme durch KI
- Auslöser sind die bestehende Bedrohungslage und vorhandene Lücken bei bestehenden Abwehrsystemen, die Laserschüsse als kostengünstige Ergänzung schließen sollen
- Kontext: Projekt bei Trumpf mit Rohde & Schwarz, Zeitplan bis Anfang 2027 für Systemtests und bis Ende 2028 für ein einsatzbereites Produkt, zudem Forderung an Bundesregierung für Lasertechnik in der Kernfusion und Testanlagen erst Mitte des kommenden Jahrzehnts
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Trumpf konkretisiert Zeitpläne für ein Laser-Abwehrsystem gegen Drohnenschwärme mit Teilnahme an Vergleichsschießen ab Anfang 2027 und einem einsatzbereiten Produkt bis Ende 2028
- Bundesregierung soll nach Ansicht von Trumpf eine klare Zusage für Lasertechnik in der Kernfusion geben und eine Förderung für eine geplante Testanlage mit rund 1.000 Lasern in Höhe von etwa 200 bis 300 Millionen Euro ermöglichen
- Bei einer Entscheidung für eine Fusionsanlage wie in Biblis würde Trumpf laut Aussage sofort die Umsetzung übernehmen und Bau der Laser zusagen, um der Industrie Planungssicherheit zu geben
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