Danger Dan kritisiert Ausladung durch ZDF-Spitze als Zensur
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Politik: Streit um ZDF-Ausladung Hamburg
Hamburg () – Nach seiner Ausladung aus der ZDF-Kabarettsendung „Die Anstalt“ hat der Rapper und politische Liedermacher Danger Dan scharfe Kritik an der ZDF-Geschäftsleitung geübt. Dass der Intendant des Senders anfange, antifaschistische Lieder zu zensieren, sei ein furchtbares Zeichen, sagte der Sänger dem „Spiegel“.
Hintergrund ist der Wirbel um Danger Dans neue Single „Keine Angst“, die am Freitag offiziell veröffentlicht wurde. Der Musiker wollte das Lied gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit in der ZDF-Show „Die Anstalt“ aufführen, wurde jedoch kurzfristig und offenbar auf Betreiben der Geschäftsleitung des Senders wieder ausgeladen. Teile des Songtexts würden zur Gewalt aufrufen, das widerspreche den Programmrichtlinien des ZDF, teilte eine Sprecherin dem Magazin mit. Die Macher der Sendung „Die Anstalt“ distanzierten sich von der Entscheidung des ZDF.
In „Keine Angst“ richtet Danger Dan unter anderem Grüße an Mitglieder der häufig als „Hammerbande“ bezeichneten Gruppierung um Lina E., die vom Oberlandesgericht Dresden unter anderem wegen mehrfachen gefährlichen Körperverletzungen zu Freiheitsstrafen von knapp zweieinhalb Jahren bis über fünf Jahren verurteilt wurden. Der Song solle aber nicht zu Straftaten oder Radikalisierung aufrufen, sagte der Musiker. Er rufe niemanden dazu auf, in den kriminellen Untergrund zu gehen, sagte er und beteuerte, Gewalt zu verabscheuen.
Das Problem sei vielmehr die Gewalt, die von Neonazis und Rechtsextremen ausgehe. Vielleicht zeige das Lied, dass man nicht komplett ohnmächtig sei, so Danger Dan. Er freue sich, wenn sich neue Antifa-Strukturen gründeten, er verstehe aber auch, wenn viele Leute sich nicht auf diese Weise engagieren wollten. Das sei „voll in Ordnung“. Er selbst sei auch in erster Linie Musiker. „Vielleicht reicht es aber ja auch, und vielleicht macht es erst mal Mut, auf der Arbeit mal dem Kollegen, der rechte Scheiße erzählt, ins Wort zu fallen“, sagte das Mitglied des Rap-Trios Antilopen Gang.
Seit er 2021 mit dem Album „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ erstmals als provokanter Polit-Liedermacher auftrat und damit auch über die Deutschrap-Szene hinaus bekannt wurde, werde er durch Neonazis bedroht. An bestimmten Orten in Deutschland werde es immer schwieriger, ein Konzert von ihm stattfinden zu lassen. Aber gleichzeitig sage er auch, dass man vor Nazis keine Angst zu haben brauche, das wäre komplett falsch.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | ZDF-Logo (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Danger Dan kritisierte nach seiner Ausladung aus der ZDF-Kabarettsendung „Die Anstalt“ die ZDF-Geschäftsleitung dafür, antifaschistische Lieder zu zensieren
- Die ZDF-Entscheidung wurde mit angeblich gewaltaufrufenden Teilen des Songtexts zu „Keine Angst“ begründet; „Die Anstalt“ distanzierte sich von der Ausladung
- Danger Dan erklärte, der Song rufe nicht zu Straftaten oder Radikalisierung auf und betonte, Gewalt zu verabscheuen, sowie dass er sich neue Antifa-Strukturen wünsche
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen sind ZDF bzw. die ZDF-Geschäftsleitung sowie die ZDF-Show „Die Anstalt“; Danger Dan wurde kurzfristig wieder ausgeladen, Begründung waren angeblich Teile des Songtexts, die zur Gewalt aufrufen sollen; Kritik bezieht sich auf die Zensierung antifaschistischer Lieder und die Entscheidung des Senders ohne konkreten zahlenmäßigen Umfang
- Betroffen ist Danger Dan als Rapper und politischer Liedermacher sowie das Lied/Single „Keine Angst“ (offizielle Veröffentlichung am Freitag); der Song sollte mit Igor Levit in „Die Anstalt“ aufgeführt werden, wurde jedoch wieder ausgeladen
- Betroffen sind Personen/Bezüge zur „Hammerbande“ um Lina E.; der Song enthält Grüße an Mitglieder dieser Gruppierung, die vom Oberlandesgericht Dresden zu Freiheitsstrafen von knapp zweieinhalb Jahren bis über fünf Jahren verurteilt wurden; als Zeitraum werden seit 2021 verstärkte Drohungen durch Neonazis und zunehmende Schwierigkeiten für Konzerte genannt
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- ZDF lud Danger Dan nach Kritik an der ZDF-Geschäftsleitung kurzfristig aus der Kabarettsendung „Die Anstalt“ aus, obwohl die Aufführung des Lieds „Keine Angst“ geplant war
- Auslöser war die Veröffentlichung der Single „Keine Angst“ und die Einschätzung, Teile des Songtexts würden zu Gewalt aufrufen und damit gegen Programmrichtlinien des ZDF verstoßen; zudem distanzierten sich die Macher von „Die Anstalt“ von der ZDF-Entscheidung
- Kontext ist der politisch-antifaschistische Gehalt des Songs mit Bezügen zur als „Hammerbande“ bezeichneten Gruppierung um Lina E., verbunden mit rechtlicher Verurteilungen wegen gefährlicher Körperverletzungen; Danger Dan betont dagegen, er rufe nicht zu Straftaten oder Radikalisierung auf und richtet Kritik auf Gewalt von Neonazis und Rechtsextremen
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Eine Sprecherin des ZDF erklärte, dass der Songtext von „Keine Angst“ Teile enthalte, die zum Gewaltaufruf auffordern könnten, weshalb Danger Dan kurzfristig aus der ZDF-Show „Die Anstalt“ wieder ausgeladen wurde
- Das ZDF verwies dabei auf Programmrichtlinien und distanzierte sich nicht, während die Macher der Sendung „Die Anstalt“ sich laut Text von der Entscheidung des Senders distanzierten
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