Studie: Bis zu 726.000 Jobs in Europas Autoproduktion bedroht

16. Juli 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaft: Beschäftigungsrisiken im Autosektor

München () – Dem europäischen Automobilsektor droht ein massiver Beschäftigungseinbruch. Bis 2040 könnten in der Produktion bis zu 726.000 Arbeitsplätze wegfallen, wie Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation im Auftrag des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall zeigen, über die das Nachrichtenmagazin Politico berichtet.

Das Institut untersucht alle Bereiche der Wertschöpfungsketten, in denen Teile für den Antrieb eines Autos hergestellt werden. Im Referenzjahr 2025 beschäftigte dieser Branchenzweig in Europa rund 1,6 Millionen Menschen und erzielte eine Wertschöpfung von rund 250 Milliarden Euro. Bereits bis 2030 droht laut Fraunhofer ein Wegfall von 375.000 Stellen. Bis 2035 könnten hier europaweit insgesamt 660.000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren.

Für die Berechnungen hat Fraunhofer vier politische Szenarien und deren Auswirkungen auf Wertschöpfung und Beschäftigung modelliert. Den stärksten Jobverlust prognostizieren die Autoren sowohl für eine Beibehaltung des Verbrenner-Verbots ab 2035 als auch für den von der EU-Kommission vorgelegten Kompromissvorschlag. Der im Rahmen des EU-Autopakets vorgelegte Kompromiss sieht statt eines strikten Verbrenner-Verbots ab 2035 eine CO2-Reduktion um 90 Prozent vor und erlaubt den Herstellern eine Kompensation durch grünen Stahl oder erneuerbare Kraftstoffe. Für den Arbeitsmarkt sieht Fraunhofer zwischen den Szenarien keine Unterschiede.

„Ohne Maßnahmen droht Europa eine dauerhafte Abhängigkeit von Drittstaaten bei Schlüsseltechnologien“, so das Fazit der Studie. „Alle Szenarien zeigen bis zum Jahr 2035 einen signifikanten Wertschöpfungsrückgang in Europa“, schreiben die Autoren. Eine breit aufgestellte technologische Basis könne zum längeren Erhalt bestehender Produktionsumfänge und zur Abmilderung von Verlusten bei Wertschöpfung und Beschäftigung beitragen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Autoproduktion (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Bis 2040 könnten in der Produktion im europäischen Automobilsektor bis zu 726.000 Arbeitsplätze wegfallen; bis 2030 werden 375.000 Stellen und bis 2035 insgesamt 660.000 Beschäftigte als mögliche Verluste genannt
  • Fraunhofer modelliert vier politische Szenarien; stärkster prognostizierter Jobverlust sowohl bei Beibehaltung des Verbrenner-Verbots ab 2035 als auch beim EU-Kommissions-Kompromissvorschlag
  • Beim EU-Autopaket-Komprromiss ist statt eines strikten Verbrenner-Verbots ab 2035 eine CO2-Reduktion um 90 Prozent vorgesehen, mit Kompensationsmöglichkeiten durch grünen Stahl oder erneuerbare Kraftstoffe

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Europa, Zielgruppe Beschäftigte in der Produktion/Teile-Wertschöpfungsketten für Pkw-Antriebe; bis 2040 bis zu 726.000 Arbeitsplätze wegfallend, Referenzjahr 2025 rund 1,6 Mio. Beschäftigte, bis 2030 ca. 375.000 Stellenabbau, bis 2035 insgesamt ca. 660.000 Beschäftigte potenziell ohne Arbeitsplatz
  • Regionen/EU-Autopaket: Auswirkungen unabhängig von politischen Szenarien; stärkster Jobverlust bei Beibehaltung des Verbrenner-Verbots ab 2035 bzw. bei EU-Kommissions-Kompromiss (statt Verbrennerverbot ab 2035 CO2-Reduktion um 90% mit Kompensation durch grünen Stahl oder erneuerbare Kraftstoffe); Fraunhofer sieht für den Arbeitsmarkt zwischen Szenarien keine Unterschiede, betrachteter Zeitraum bis 2035

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Bis 2040 drohender massiver Beschäftigungseinbruch in der europäischen Autoproduktion; prognostizierter Abbau von bis zu 726.000 Arbeitsplätzen, nach Fraunhofer-Berechnungen für Teilefertigung des Antriebsstrangs
  • Hintergrund sind Modellierungen politischer Szenarien innerhalb des EU-Autopakets mit CO2-Reduktionsvorgaben und Auswirkungen auf Verbrennungs- und Klimapolitik; stärkste Jobverluste bei Beibehaltung des Verbrenner-Verbots ab 2035 und beim EU-Kommissions-Kompromiss, ohne deutliche Unterschiede für den Arbeitsmarkt
  • Auslöser/Einordnung: erwarteter Wertschöpfungsrückgang (u.a. bis 2030 -375.000 und bis 2035 europaweit -660.000 Stellen) sowie Warnung vor dauerhafter Abhängigkeit von Drittstaaten bei Schlüsseltechnologien; technologisch breite Basis soll Verluste abmildern und Produktionsumfänge länger erhalten

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

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