Destatis: Überschuldung am häufigsten durch Erkrankung ausgelöst
Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung
Gesellschaft: Überschuldung in Deutschland
Wiesbaden () – Für Personen, die im Jahr 2025 die Hilfe einer Schuldnerberatungsstelle in Anspruch genommen haben, waren Erkrankung, Sucht oder Unfall mit 18 Prozent die am häufigsten genannten Hauptauslöser einer Überschuldung. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von Ergebnissen der Überschuldungsstatistik 2025 mitteilt, wurde als zweithäufigste Ursache Arbeitslosigkeit mit rund 17 Prozent angegeben.
Die durchschnittliche Schuldenhöhe aller beratenen Personen belief sich demnach auf 34.650 Euro. Männer wiesen dabei mit 39.717 Euro eine höhere durchschnittliche Schuldenhöhe auf als Frauen mit 29.500 Euro.
Bei Alleinerziehenden waren laut Destatis familiäre Veränderungen besonders häufig Anlass für finanzielle Schwierigkeiten. Für alleinerziehende Frauen war in rund 23 Prozent der Fälle eine Trennung, eine Scheidung oder der Tod des Partners beziehungsweise der Partnerin der Hauptauslöser der Überschuldung. Bei alleinerziehenden Männern lag dieser Anteil ebenfalls bei etwa 23 Prozent. Die durchschnittliche Schuldenhöhe alleinerziehender Mütter belief sich auf 34.386 Euro. Alleinerziehende Väter wiesen mit durchschnittlich 46.219 Euro eine deutlich höhere Schuldenlast auf.
Die Betrachtung der Haushaltsgröße zeige, dass Einpersonenhaushalte im Jahr 2025 die größte Gruppe unter den Ratsuchenden bildeten, so das Statistische Bundesamt. Mehr als die Hälfte (knapp 52 Prozent) aller beratenen Personen lebte allein. Bei knapp einem Viertel dieser Personen (rund 24 Prozent) waren gesundheitliche Probleme der wichtigste Hauptauslöser der Überschuldung.
Die durchschnittlichen Verbindlichkeiten aller Einpersonenhaushalte beliefen sich laut Destatis auf 32.155 Euro. Auch bei den Alleinlebenden zeigten sich deutliche Unterschiede bei der Schuldenhöhe zwischen den Geschlechtern. Während alleinlebende Männer durchschnittliche Verbindlichkeiten von 35.293 Euro aufwiesen, lagen diese bei alleinlebenden Frauen mit durchschnittlich 27.629 Euro deutlich niedriger.
Die Verbindlichkeiten der Ratsuchenden bestanden nach Angaben des Bundesamts oftmals gegenüber mehreren Gläubigern gleichzeitig. Am häufigsten lagen Zahlungsrückstände gegenüber der öffentlichen Hand vor, wie beispielsweise Finanzämtern, gesetzlichen Renten- und Krankenversicherungsträgern sowie der Bundesagentur für Arbeit und deren Jobcentern: Hier hatten mehr als die Hälfte (rund 57 Prozent) aller beratenen Personen im Jahr 2025 offene Forderungen zu begleichen. Ebenfalls verbreitet waren Verbindlichkeiten gegenüber Telekommunikationsunternehmen mit einem Anteil von etwa 47 Prozent. Ratenkredite bei Kreditinstituten betrafen rund 37 Prozent der Fälle, während knapp 29 Prozent der Ratsuchenden offene Rechnungen im Online- und Versandhandel aufwiesen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Menschen in einer Fußgängerzone (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Hauptauslöser einer Überschuldung bei 2025 in Schuldnerberatung befindlichen Personen waren zu 18 Prozent Erkrankung, Sucht oder Unfall; zweitwichtigste Ursache war Arbeitslosigkeit mit rund 17 Prozent
- Durchschnittliche Schuldenhöhe aller beratenen Personen lag bei 34.650 Euro; Männer durchschnittlich 39.717 Euro, Frauen 29.500 Euro
- Zahlungsrückstände gegenüber der öffentlichen Hand betrafen 2025 rund 57 Prozent der beratenen Personen; zudem Schulden bei Telekommunikationsunternehmen etwa 47 Prozent, Ratenkredite bei Kreditinstituten rund 37 Prozent, offene Rechnungen im Online- und Versandhandel knapp 29 Prozent
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Personen, die 2025 eine Schuldnerberatungsstelle in Anspruch nahmen; Hauptauslöser Erkrankung/Sucht/Unfall mit 18 Prozent, Arbeitslosigkeit als zweithäufigste Ursache mit rund 17 Prozent; durchschnittliche Schuldenhöhe 34.650 Euro (Männer 39.717 Euro, Frauen 29.500 Euro)
- Alleinerziehende (2025): Trennung/Scheidung/Tod des Partners/der Partnerin bei rund 23 Prozent der alleinerziehenden Frauen und ebenfalls etwa 23 Prozent der alleinerziehenden Männer; durchschnittliche Schuldenhöhe 34.386 Euro bei alleinerziehenden Müttern, 46.219 Euro bei alleinerziehenden Vätern
- Einpersonenhaushalte (2025): knapp 52 Prozent der beratenen Personen lebten allein; bei rund 24 Prozent gesundheitliche Probleme als wichtigster Hauptauslöser; Verbindlichkeiten durchschnittlich 32.155 Euro (alleinlebende Männer 35.293 Euro, alleinlebende Frauen 27.629 Euro)
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Erkrankung, Sucht oder Unfall (18 Prozent) sowie Arbeitslosigkeit (rund 17 Prozent) als häufigste Hauptauslöser der Überschuldung in 2025
- Familiäre Veränderungen bei Alleinerziehenden als wichtiger Hintergrund, insbesondere Trennung/Scheidung/Tod des Partners bzw der Partnerin (jeweils ca 23 Prozent)
- Gesundheitliche Probleme bei Einpersonenhaushalten als häufiger Auslöser der Überschuldung (rund 24 Prozent)
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