CSU-Vorstoß: Angehörige von RAF-Opfern für zentrales Denkmal
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Gesellschaft: Gedenken an RAF-Opfer in Berlin
Berlin () – Die Familien von fünf RAF-Todesopfern unterstützen die Initiative von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), ein zentrales Denkmal für die von der Terrororganisation ermordeten Opfer zu errichten.
Corinna Ponto, Tochter des 1977 ermordeten Dresdner-Bank-Chefs Jürgen Ponto, sagte der „Bild“: „Mit Dankbarkeit würde unsere Familie diesen selbstverständlichen, längst gebotenen Vorschlag natürlich aufnehmen – nicht allein um des persönlichen Gedenkens willen, sondern vor allem als Mahnmal dieser Jahre in der Geschichte.“
Jörg Schleyer, Sohn des 1977 ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer, sagte: „Es wird höchste Zeit, dass die Opfer des RAF-Terrors ein zentrales Denkmal erhalten – spätestens zum 50. Jahrestag des Deutschen Herbstes im nächsten Jahr. Ein Denkmal im Herzen der Hauptstadt würde unmissverständlich zeigen: Unsere Toten sind Märtyrer der Bundesrepublik – ihr Opfer darf niemals vergessen werden.“
Auch Michael Buback, Sohn des 1977 ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, sprach sich für ein Mahnmal aus, verband dies aber mit einer weiteren Forderung: „Eine Initiative zum ehrenden Gedenken an die Opfer des RAF-Terrors kann ich nur unterstützen. Noch wichtiger erscheint mir allerdings die Klärung aller der RAF zugerechneten Morde.“
Clais von Mirbach, Sohn des 1975 beim Überfall auf die Deutsche Botschaft in Stockholm getöteten Verteidigungsattachés Andreas Baron von Mirbach, erklärte: „Da die RAF im öffentlichen Bewusstsein so gut wie keine Rolle mehr spielt, andererseits aber Terror als solcher fast noch aktueller ist als damals, kann Erinnerung nur nützen.“
Monika Schumann, Witwe des 1977 bei der Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ im Südjemen von PFLP-Terroristen ermordeten Piloten Jürgen Schumann, betonte die Verantwortung des Staates. „An die Morde und deren Opfer zu erinnern, das ist die Aufgabe des Staates. Zumal es vornehmlich um Menschen geht, die diesem Staat gedient haben.“
Der RAF-Experte und Buchautor Butz Peters sprach sich ebenfalls für ein zentrales Mahnmal aus. Als mögliche Inschrift schlug er vor: „Mit Mord, Totschlag und anderen Gewalttaten ist unsere Demokratie nicht zu beseitigen.“ Als Standort könne sich Berlin, der „Geburtsort“ der RAF, oder Stuttgart mit seiner besonderen Bedeutung für die Geschichte der Terrorgruppe anbieten.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Joachim Herrmann (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Familien von fünf RAF-Todesopfern unterstützen die Initiative von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, ein zentrales Denkmal für die von der RAF ermordeten Opfer zu errichten
- Jörg Schleyer fordert ein zentrales Denkmal spätestens zum 50. Jahrestag des Deutschen Herbstes im nächsten Jahr; Michael Buback knüpft Unterstützung an die Klärung aller der RAF zugerechneten Morde
- Butz Peters schlägt als mögliche Inschrift vor, dass unsere Demokratie mit Mord, Totschlag und anderen Gewalttaten nicht zu beseitigen ist, und nennt Berlin oder Stuttgart als mögliche Standorte
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffene Familien bzw. Angehörige von fünf RAF-Todesopfern; Aussagen von Corinna Ponto (Jürgen Ponto, 1977), Jörg Schleyer (Hanns-Martin Schleyer, 1977), Michael Buback (Siegfried Buback, 1977), Clais von Mirbach (Andreas Baron von Mirbach, 1975), Monika Schumann (Jürgen Schumann, 1977); Regionen: Deutschland, außerdem Bezug auf Stockholm (1975) und Südjemen (Entführung Landshut 1977); Ziel ist ein zentrales Denkmal
- Zeitbezug: Forderung von Jörg Schleyer, das Denkmal spätestens zum 50. Jahrestag des Deutschen Herbstes im nächsten Jahr umzusetzen; kein weiterer konkreter Zeitraum genannt
- Standort-Vorschläge: Berlin als Geburtsort der RAF oder Stuttgart; zusätzlich Unterstützung der Initiative durch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Artikel genannt (keine weiteren quantitativen Zahlen)
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Familien von fünf RAF-Todesopfern unterstützen die Initiative von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zum Bau eines zentralen Denkmals für die ermordeten Opfer; Hintergrund ist das öffentliche Gedenken als Mahnmal für die „Jahre in der Geschichte“ und die Bedeutung der Opfer des RAF-Terrors
- Auslöser/zeitlicher Kontext ist der kommende 50. Jahrestag des Deutschen Herbstes im nächsten Jahr, zudem wird betont, dass Terror weiterhin aktuell sei und dass ein Denkmal in Berlin die Erinnerung stärken soll
- Hintergrundforderung über das Denkmal hinaus ist die Klärung aller der RAF zugerechneten Morde; zudem wird argumentiert, dass der Staat für die Erinnerung an die Opfer verantwortlich sei
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) initiiert bzw. unterstützt die Einrichtung eines zentralen Denkmals für die Opfer des RAF-Terrors
- Als mögliche Standorte werden Berlin oder Stuttgart genannt
- Familien bzw. Angehörige unterstützen die Initiative und fordern teilweise ergänzend die Klärung der RAF zugerechneten Morde
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