Woidke verlangt eigenen Strompreis für Norden und Osten
Brandenburg - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung
Politik: Strommarktreform in Brandenburg
Potsdam () – Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) drängt auf eine Spaltung des deutschen Strommarktes, um Unternehmen im Norden und Osten mit günstigerem Windstrom versorgen zu können.
„Wir sind in Deutschland seit Jahren in einer falschen Richtung unterwegs“, sagte Woidke der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagsausgabe). Man versuche, aus einer dezentralen, regionalen Energieerzeugung eine zentrale Energieversorgung zu machen.
Statt etwa günstigen Ökostrom dort zu verbrauchen, wo er erzeugt werde, entstünden für viele Milliarden Stromautobahnen, „damit der Norden den Süden günstig mit Windstrom versorgen kann“, beklagte Woidke. Deshalb brauche es unterschiedliche Preiszonen in Deutschland.
Bislang gilt in Deutschland ein Einheitspreis für Strom, vor allem die Südländer pochen darauf.
Auch im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist das verankert: „Wir halten an einer einheitlichen Stromgebotszone fest“, heißt es dort. Woidke hält das für einen Fehler.
In Brandenburg sei der Strom dadurch teurer, als er sein müsste. „Wir verschenken hier eigentlich gerade unseren Standortvorteil.“
Im Übrigen sei es besser, wenn sich neue Unternehmen im Norden ansiedelten, als wenn sie gar nicht nach Deutschland kämen, argumentierte Woidke.
Oder wenn ein Unternehmen Deutschland deshalb nicht verlasse, weil es Regionen gebe, in denen es mit viel erneuerbarem Strom günstiger produzieren könne. Auch die CSU, die vehement gegen eine Aufspaltung kämpft, müsse dies einsehen.
Zwar kämpfe jeder für sein Bundesland. Allerdings müsse auch der CSU als Teil der Regierungskoalition daran gelegen sein, „dass ganz Deutschland nach vorn kommt“.
Für eine Teilung der Stromgebotszone hatte zuletzt auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) plädiert.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Strommast (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Dietmar Woidke drängt darauf, den deutschen Strommarkt mit unterschiedlichen Preiszonen zu spalten, damit Unternehmen im Norden und Osten günstiger mit Windstrom versorgt werden können
- Er kritisiert die Beibehaltung einer einheitlichen Stromgebotszone im Koalitionsvertrag von Union und SPD als Fehler und fordert deren Änderung
- Woidke argumentiert, dass Unternehmen in Deutschland bleiben bzw. sich im Norden ansiedeln sollten, weil dort mit erneuerbarem Strom günstiger produziert werden könne, und verweist darauf, dass bereits Daniel Günther für eine Teilung plädiert hat
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) drängt auf die Spaltung der deutschen Stromgebotszone; betroffen wären Unternehmen und Verbraucher im Norden und Osten vs. Südländer, Ziel wäre günstigerer Windstrom für Norden/Osten; konkreter Zeitraum oder Zahlen werden nicht genannt
- Referenzlage: In Deutschland gilt bislang ein Einheitspreis; laut Koalitionsvertrag von Union und SPD wird an einer einheitlichen Stromgebotszone festgehalten; Woidke behauptet, dass Strom in Brandenburg dadurch zu teuer ist, genaue Preisdifferenzen werden nicht genannt
- Positionen: Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte zuletzt für Teilung plädiert, CSU kämpft dagegen; Angaben zu Fristen oder Prozenten fehlen
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke kritisiert eine falsche Entwicklung hin zu einer zentralen statt dezentralen regionalen Energieversorgung, wodurch günstiger Ökostrom nicht dort genutzt werde, wo er erzeugt wird
- Auslöser und Hintergrund sind die bisherigen einheitlichen Strompreis-/Gebotszonen in Deutschland, die laut Woidke dazu führen, dass der Strom in Brandenburg zu teuer ist und regionale Standortvorteile „verschenkt“ werden
- Kontext ist der politische Streit in der Regierungskoalition (Union/SPD) um das Festhalten an einer einheitlichen Stromgebotszone im Koalitionsvertrag sowie der Gegenposition der CSU, während Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther ebenfalls eine Aufspaltung unterstützt
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke drängt darauf, den deutschen Strommarkt zu spalten und unterschiedliche Preiszonen einzuführen, damit der Norden und Osten mit günstigerem Windstrom versorgt werden können
- Woidke kritisiert die bisherige Regel mit einheitlicher Stromgebotszone (u. a. im Koalitionsvertrag) und fordert deren Änderung, weil dadurch der Strom in Brandenburg zu teuer sei
- Die Politik soll laut Woidke Standortnachteile durch teureren Strom vermeiden, damit sich Unternehmen im Norden ansiedeln bzw. Deutschland nicht wegen günstiger Produktionsmöglichkeiten in anderen Regionen verlassen
- Prien will Unterhaltsvorschuss-Reform noch im Juli vorlegen - 15. Juli 2026
- Merz gibt sich vor Hauptstadtpresse selbstzufrieden - 15. Juli 2026
- Moderator Thadeusz verteidigt Kulturstaatsminister Weimer - 15. Juli 2026

