Kirchen kritisieren geplante Entwicklungshilfe-Kürzungen

1. Juli 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Entwicklungshilfe in Deutschland: Kirchlicher Appell

() – Die beiden großen christlichen Kirchen appellieren an die schwarz-rote Koalition, die Entwicklungshilfe nicht weiter zu kürzen. „Wer heute bei der Entwicklung, Gesundheit und dem Wohle der Menschen spart, zahlt morgen für Krisen, Konflikte und Instabilität“, heißt es in einem Aufruf, der von der Präses der Synode der Evangelischen Kirche in , Anna-Nicole Heinrich, und der Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, unterzeichnet ist und über die das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben) berichtet.

„Ein wohlhabendes Land wie Deutschland darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen“, mahnen die Unterzeichnerinnen und fordern Bundesregierung und Bundestag auf, die Kürzungen zu stoppen und Deutschlands internationales Versprechen zu halten. „Gerade jetzt, wo Kriege und Krisen das Weltgeschehen beherrschen, soll dort gespart werden, wo Leben gerettet, Hunger bekämpft und Frieden gestärkt wird“, heißt es in dem Aufruf weiter, der auch von der Präsidentin der evangelisch-reformierten Kirche, Susanne Bei der Wieden, mitgetragen wird.

Dabei seien in kaum einem anderen Feld die Erfolge Deutschlands zum Wohle der Menschheit sichtbarer als in diesem Bereich. So habe sich die weltweite Kindersterblichkeit mehr als halbiert. Krankheiten wie HIV, Malaria und Tuberkulose seien zurückgedrängt worden. „Millionen Kinder – besonders Mädchen – können heute erstmals eine Schule besuchen“, so die Unterzeichnerinnen.

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Die Koalition plant, die Entwicklungshilfe zum fünften Mal in Folge abzusenken. Standen 2022 für das Entwicklungsministerium noch 13,8 Milliarden Euro zur Verfügung, sollen es 2027 nur noch knapp 9,5 Milliarden Euro sein. Auch die Gelder im Auswärtigen Amt für die humanitäre Hilfe will die schwarz-rote Regierung kürzen.

1970 war von der UN-Generalversammlung ein Ziel für öffentliche Entwicklungsleistungen vereinbart worde. Die sogenannte „ODA-Quote“ soll ein Mindestmaß an globaler Entwicklungshilfe garantieren. Sie besagt, dass die entwickelten Länder 0,7 Prozent ihres Bruttosozialprodukts für Entwicklungsleistungen zur Verfügung stellen sollen. 2015 wurde die Vorgabe auch in den UN-Entwicklungszielen verankert. In Deutschland lag die ODA-Quote 2025 bei 0,56 Prozent.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Evangelische Kirche (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Kirchen appellieren an die schwarz-rote Koalition, Entwicklungshilfe nicht zu kürzen.
  • Entwicklungshilfe soll von 13,8 Milliarden Euro (2022) auf knapp 9,5 Milliarden Euro (2027) reduziert werden.
  • ODA-Quote in Deutschland lag 2025 bei 0,56 Prozent, trotz UN-Ziel von 0,7 Prozent.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betrifft: Schwarz-rote Koalition, Bundesregierung, Bundestag, Evangelische Kirche, Katholische Kirche
  • Erfolg: Entwicklungshilfe sinkt von 13,8 Milliarden Euro 2022 auf ca. 9,5 Milliarden Euro 2027
  • ODA-Quote: Deutschland 2025 bei 0,56 Prozent, Ziel 0,7 Prozent seit 1970

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Kürzung der Entwicklungshilfe durch die schwarz-rote Koalition
  • Appell von Kirchenvertreterinnen zur Wahrung der internationalen Verantwortung Deutschlands
  • Rückgang der ODA-Quote unter das vereinbarte Ziel der UN für Entwicklungsleistungen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Appell an die schwarz-rote Koalition, die Entwicklungshilfe nicht weiter zu kürzen
  • Forderung nach einem Stopp der geplanten Kürzungen im Entwicklungsministerium und Auswärtigen Amt
  • Mahnung, internationale Versprechen zur Entwicklungsfinanzierung einzuhalten
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