Klingbeil will 35 Millionen Steuerzahler "entlasten"
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Steuerreform in Berlin: Vorschläge im Fokus
Berlin () – Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) will mit einer umfangreichen Steuerreform Millionen Bürger „entlasten“. Er geht mit zwei unterschiedlichen Modellen in die entscheidenden Verhandlungen der Koalitionsspitzen am morgigen Mittwoch im Kanzleramt, wie der „Stern“ berichtet.
Klingbeils erster Vorschlag verknüpft eine deutlich höhere Steuerentlastung in Höhe von 28 Milliarden Euro mit einer stärkeren Gegenfinanzierung, etwa durch eine höhere Erbschaftsteuer. Sein zweites Modell fällt mit einem Volumen von etwa 17 Milliarden Euro bescheidener aus, verzichtet dafür aber auch auf eine Gegenfinanzierung über die Erbschaftsteuer.
Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen von 40.000 bis 60.000 Euro pro Jahr würden im ersten Modell rund 800 bis 900 Euro weniger Steuern im Jahr bezahlen, im zweiten Modell fällt das Ergebnis etwa halb so hoch aus. Knapp eine Million Topverdiener müssten im ersten Modell mit einer Steuerbelastung rechnen, im zweiten Modell wären es sogar rund 1,5 Millionen Steuerzahler, die nach der Reform mehr Steuern zahlen müssten als heute.
Im ersten Modell verläuft der Steuertarif insgesamt etwas flacher, was niedrige und mittlere Einkommen stärker entlasten würde. Der Spitzensteuersatz, der heute ab knapp 70.000 Euro fällig wird und bei 42 Prozent liegt, würde künftig erst ab 76.508 Euro greifen – dafür aber auf 44 Prozent steigen. Der sogenannte Reichensteuersatz, heute bei 45 Prozent ab einem Einkommen von knapp 278.000 Euro, würde schon ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 200.000 Euro fällig – und dann bei 49 Prozent liegen.
Das zweite Modell hält sich enger am heutigen Steuertarif, dadurch fallen die „Entlastungen“ kleiner aus. Konkret sieht der Vorschlag vor, den Spitzensteuersatz von dann ebenfalls 44 Prozent ab einem Einkommen von 75.657 Euro greifen zu lassen. Die Reichensteuer würde ebenfalls ab 200.000 Euro fällig, dann allerdings mit 48 Prozent.
Nach Berechnungen von Klingbeils Finanzbeamten würde Modell 1 mehr als 35 Millionen Steuerpflichtige „entlasten“, ein Single könnte bis zu 140.000 Euro brutto im Jahr verdienen und durch die Reform noch entlastet werden. Im zweiten Vorschlag würden knapp 35 Millionen Steuerpflichtige entlastet, die Entlastungsgrenze liegt für Singles bei etwa 115.000 Euro brutto im Jahr.
Die Koalitionsspitzen wollen am Mittwoch eigentlich ein umfassendes Reformpaket vorlegen. Die Verhandlungen dürften schwierig werden. Die Union sperrt sich bislang vor allem gegen einen höheren Spitzensteuersatz. Auch der Donnerstag sei im Kalender der Spitzenleute vorsorglich freigeräumt worden, heißt es.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Lars Klingbeil am 25.06.2026 |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Finanzminister Lars Klingbeil bringt zwei Steuerreformmodelle in Verhandlungen.
- Erstes Modell: 28 Milliarden Euro Entlastung, höhere Erbschaftsteuer; zweites Modell: 17 Milliarden Euro ohne Gegenfinanzierung.
- Spitzensteuersatz im ersten Modell ab 76.508 Euro bei 44 Prozent; im zweiten Modell ab 75.657 Euro bei 44 Prozent.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betreffen: Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen (40.000 bis 60.000 Euro) und Topverdiener (ab 200.000 Euro)
- Entlastung: Modell 1 - 800 bis 900 Euro jährlich für 35 Millionen Steuerpflichtige; Modell 2 - halb so hoch
- Regionen: Deutschland; Verhandlungen am Mittwoch, Frist für Beschluss unklar
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Ziel der Steuerreform ist die Entlastung von Millionen Bürgern.
- Unterschiede in den Modellen: höheres Entlastungsvolumen im ersten Modell erfordert Gegenfinanzierung durch Erbschaftsteuer.
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- Finanzminister Lars Klingbeil bringt zwei Modelle für eine Steuerreform in die Verhandlungen ein.
- Das erste Modell sieht eine Steuerentlastung von 28 Milliarden Euro vor, das zweite Modell eine Entlastung von 17 Milliarden Euro.
- An den Reformen sind Änderungen der Steuersätze vorgesehen, darunter höhere Sätze für Spitzenverdiener.
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