Infratest: Deutliche Verluste für CDU in NRW – AfD mit Rekordwert

28. Juni 2026

Nordrhein-Westfalen - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik und Wählertrends in Nordrhein-Westfalen

() – In der von Infratest gemessenen Wählergunst für hat die CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst zum zweiten Mal in Folge deutliche Verluste verzeichnet. In der im Auftrag des WDR-Magazins „Westpol“ erstellten Umfrage kommt die CDU auf 32 Prozent (-3 im Vergleich zu Februar).

Noch im Oktober 2024 hatte die CDU mit 40 Prozent ihren besten Wert in dieser Legislaturperiode erreicht.

Allerdings kann die SPD von Herausforderer Jochen Ott ihren Rückstand auf die Partei des Ministerpräsidenten nicht verkürzen. Auch die Sozialdemokraten verlieren drei Prozentpunkte und kommen auf 17 Prozent.

Damit nähert sich die SPD erneut ihrem Rekordtief im NRW-Trend von vor einem Jahr (16 Prozent im Juni 2025).

Die Grünen als kleiner Koalitionspartner in Düsseldorf legen dagegen zu und liegen bei 15 Prozent (+2). Die AfD legt ebenfalls erneut zu und erreicht mit 17 Prozent (+2) jetzt ihren besten Wert im NRW-Trend.

Dadurch ist die AfD erstmals in NRW gleichauf mit der SPD und gemeinsam mit den Sozialdemokraten zweitstärkste Kraft.

Die FDP erreicht erstmals seit April 2024 wieder die Fünf-Prozent-Marke (+1). Die Linke wäre mit unverändert sechs Prozent ebenfalls im Landtag vertreten.

Alle anderen Parteien kommen zusammen auf acht Prozent (+1).

Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung hat seit Februar deutlich nachgelassen. Nur noch 42 Prozent (-6) der Befragten sind zufrieden, 53 Prozent (+4) sind unzufrieden.

Die Arbeit von Ministerpräsident Wüst wird ebenfalls negativer bewertet als im Februar: 42 Prozent der Befragten sind zufrieden (-3), 40 Prozent (+2) sind unzufrieden.

Die Probleme bei Infrastruktur, ÖPNV und Verkehr haben das Thema Migration aus Sicht der Nordrhein-Westfalen als wichtigstes politisches Thema abgelöst. 31 Prozent der Befragten nennen diesen Bereich als eins der am vordringlichsten zu lösenden Probleme.

Das sind nochmal fünf Prozentpunkte mehr als im Februar.

Auf Platz zwei landet mit 24 Prozent der Nennungen das Thema Schule und Bildung (+3). Das langjährige Topthema Migration gehört noch für 20 Prozent (-6) zu einem der wichtigsten Probleme.

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Mit unverändert zwölf Prozent landet das Thema soziale Ungerechtigkeit auf Platz vier.

Dahinter landen gleichauf die Themen Wirtschaft (-3), Wohnen (-1), Rente (+5) und Umwelt/Klimaschutz (+2).

Brückenschäden und damit verbundene Einschränkungen im Straßenverkehr machen in NRW jedem Vierten im Alltag zu schaffen: 26 Prozent der Wahlberechtigten geben an, an einem durchschnittlichen Wochentag von entsprechenden Beeinträchtigungen stark oder sehr stark betroffen zu sein. Bei den Erwerbstätigen in NRW ist es sogar jeder Dritte (33 Prozent).

Obwohl es das Thema Wirtschaft aktuell nicht unter die drei Topthemen bei den Wahlberechtigten schafft, prägt die schwache konjunkturelle Entwicklung die wirtschaftliche Stimmung.

Nur 22 Prozent der Wahlberechtigten bewerten die Lage der NRW-Wirtschaft derzeit als sehr gut oder gut, neun Punkte weniger als vor einem Jahr. Drei Viertel (74 Prozent, +9) bewerten sie dagegen als weniger gut oder schlecht.

Ein ähnlich hoher Wert wurde zuletzt zu Beginn der 2010er-Jahre während der Eurokrise gemessen.

Zugleich nimmt unter den Erwerbstätigen in NRW die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz zu. Aktuell äußern 16 Prozent entsprechende Sorgen, sechs Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Der Abbau von Bürokratie steht bei Bund und Ländern weit oben auf der politischen Agenda.

In der öffentlichen Wahrnehmung zeigen diese Initiativen bislang jedoch kaum Wirkung: Wie vor gut zwei Jahren sehen nur sechs Prozent (+/-0 zu April 2024) Fortschritte beim Bürokratieabbau in . 49 Prozent (+5) meinen, Deutschland komme dabei weniger gut voran, weitere 40 Prozent (-6) sehen gar keine Fortschritte.

Die Preisentwicklung der letzten Monate macht den Sommerurlaub vielerorts teurer.

In NRW nimmt jeder Vierte im Bundesland das zum Anlass, seine Urlaubspläne zu überdenken: 25 Prozent wollen preisbedingt günstiger verreisen oder ganz auf eine Reise verzichten. 40 Prozent halten an ihren ursprünglichen Plänen fest.

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Jeder Dritte (33 Prozent) gibt an, von vornherein keine Sommerreise ins Auge gefasst zu haben. In diese Gruppe fallen überdurchschnittlich viele Menschen in der Altersgruppe ab 65.

Für den NRW-Trend wurden vom 22. bis 25. Juni insgesamt 1.139 Wahlberechtigte telefonisch (669) und online (470) befragt.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Hendrik Wüst (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • CDU fällt auf 32 Prozent (-3) in der Wählergunst.
  • SPD ebenfalls bei 17 Prozent (-3), näher am Rekordtief von 16 Prozent.
  • AfD erreicht 17 Prozent (+2) und ist damit gleichauf mit SPD, zweitstärkste Kraft.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • CDU: 32% (-3); betrifft Nordrhein-Westfalen; Umfragezeitraum: Juni 2025
  • SPD: 17% (-3); Rückstand auf CDU; Rekordtief: Juni 2025 (16%)
  • AfD: 17% (+2); gleichauf mit SPD; erstmals zweitstärkste Kraft in NRW

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • CDU verliert Wählergunst, aktuell 32 Prozent (-3), nach 40 Prozent im Oktober 2024.
  • Unzufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung und Ministerpräsident Wüst gestiegen, 53 Prozent unzufrieden.
  • Probleme bei Infrastruktur und Verkehr überlagern Migration als wichtigstes politisches Thema, 31 Prozent der Befragten nennen es prioritär.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Reduzierung der Wählergunst der CDU und SPD, steigende Werte für die Grünen und AfD
  • Fokus auf Infrastrukturprobleme und Migration als Hauptthemen in der politischen Agenda
  • Abbau von Bürokratie als vorrangiges Ziel, jedoch kaum Fortschritte in der Wahrnehmung der Bevölkerung
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