Bericht: Staat zahlt bis zu 7,2 Milliarden Euro für KNDS-Einstieg
Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaftliche Aspekte des Bundeswehr-Panzers in Berlin
Berlin () – Der Bund muss offenbar bis zu 7,2 Milliarden Euro für den Einstieg beim Panzerhersteller KNDS zahlen. Das geht aus vertraulichen Unterlagen hervor, die die Bundesregierung den Haushältern des Bundestages zur Verfügung gestellt hat und über die der „Spiegel“ berichtet. Am Freitag soll der Haushaltsausschuss über den Kauf von 40 Prozent der Anteile an dem deutsch-französischen Unternehmen abstimmen.
Das federführende Bundeswirtschaftsministerium hatte in den vergangenen Monaten über den Einstieg mit den Eigentümerfamilien verhandelt, die den deutschen Unternehmensteil besitzen. Ihre restlichen Anteile sollen, zusammen mit Anteilen der französischen Seite, im Juli an die Börse gebracht werden.
Der Kaufpreis für die 40 Prozent an KNDS ist noch nicht fix. Bund und Eigentümerfamilien hätten sich auf eine Kaufpreisformel für den Erwerb von 40 Prozent der Anteile an KNDS NV geeinigt, heißt es in der vertraulichen Vorlage. Diese basiere auf dem Ausgabepreis der Aktien zuzüglich eines marktüblichen Paketaufschlags und berücksichtige außerdem die Kursentwicklung in den Monaten nach dem Börsengang.
Die Parlamentarier dürften sich in der Sondersitzung des Ausschusses dafür interessieren, ob der Kaufpreis gerechtfertigt ist. Dafür finden sie in den geheimen Unterlagen Anhaltspunkte. Einer ist der Wert von KNDS, den die Bundesregierung von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC schätzen ließ. Sie kam dabei laut „Spiegel“ auf einen Unternehmenswert von 13,4 bis 17,4 Milliarden Euro. Das ist weniger als die Einschätzungen, die auf Unternehmensseite kursieren.
Bei einem Firmenwert von 13,4 Milliarden Euro wären die Anteile von 40 Prozent etwas mehr als fünf Milliarden Euro wert, bei einem Firmenwert von 17,4 Milliarden Euro wären es knapp sieben Milliarden Euro. Würde der Staat am Ende 7,2 Milliarden Euro zahlen, wäre das mehr als der von seinem Gutachter veranschlagte Firmenwert.
Kontrovers diskutiert werden könnte auch ein anderer Kostenpunkt, der in der vertraulichen Haushälterunterlage steht. Demnach soll der Deal als sogenanntes Zuweisungsgeschäft über die KfW abgewickelt werden. Für die Beteiligungsverwaltung werden Kosten von 350 Millionen Euro jährlich veranschlagt.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Bundeswehr-Panzer „Leopard 2“ (Archiv) |
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