Wirtschaftsrat begrüßt Teile der Pflegereform
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaftspolitik in Berlin: Kritik am PNOG
Berlin () – Der Wirtschaftsrat der CDU bewertet den Referentenentwurf für das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) teilweise positiv, warnt aber vor zusätzlichen Belastungen für Beschäftigte und Unternehmen.
Das Gesetz bleibe „hinter den Erwartungen an eine umfassende Strukturreform der Pflege zurück“, enthalte aber „einige sinnvolle Ansätze“, sagte Generalsekretär Wolfgang Steiger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Positiv bewertete er insbesondere die Einführung eines Pflege-Cockpits, den weiteren Ausbau der Digitalisierung sowie strengere Voraussetzungen für die Einstufung in Pflegegrade. „Mehr Transparenz, höhere Effizienz und eine zielgenauere Leistungsgewährung können dazu beitragen, die finanzielle Stabilität der Pflegeversicherung zu stärken“, so Steiger. Auch die geplanten Maßnahmen zur Begrenzung des Ausgabenanstiegs bei der Übernahme pflegebedingter Eigenanteile sowie die zeitweise Reduzierung des Pflegegeldes auf 50 Prozent in den ersten Monaten seien aus Sicht des Wirtschaftsrats richtige Schritte.
Kritik übte Steiger dagegen an der vorgesehenen Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der sozialen Pflegeversicherung. Diese erhöhe „die Belastungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen, ohne einen spürbaren Beitrag zur Verbesserung der pflegerischen Versorgung zu leisten“. Das schwäche „den Wirtschaftsstandort Deutschland zusätzlich“. Ablehnend äußerte sich der Wirtschaftsrat zudem zur stärkeren kommunalen Steuerung in der Pflegeplanung. „Eine stärkere staatliche Steuerung der Versorgungsstrukturen birgt die Gefahr einer zunehmenden Planwirtschaft in der Pflege und schränkt unternehmerische Gestaltungsspielräume ein“, sagte Steiger. Pflegeangebote sollten sich an der tatsächlichen Nachfrage orientieren und nicht an kommunalen Vorgaben.
Mit Sorge blickt der Verband auch auf die geplante stärkere Finanzierung von Pflegeberatungen und Pflegestützpunkten aus Mitteln der Pflegeversicherung. Pflegeberatung sei „eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ und solle deshalb vorrangig aus Steuermitteln finanziert werden. Statt die Beitragszahler weiter zu belasten, müssten Bund und Länder die Kommunen gezielt unterstützen. Darüber hinaus sieht der Wirtschaftsrat weiteren Reformbedarf. So solle das Pflegegeld „grundlegend auf den Prüfstand gestellt werden“. Langfristig sei „eine vollständige Umwidmung der Mittel zugunsten von Prävention, Rehabilitation und professionellen Pflegeleistungen zu diskutieren“. Bei der Übernahme von Eigenanteilen durch die Pflegeversicherung müsse zudem Vermögen stärker berücksichtigt werden. Zudem sprach sich Steiger dafür aus, die Erhebung der regional üblichen Entgelte künftig nur noch alle zwei Jahre vorzunehmen, um die Kostenentwicklung in der Pflege besser zu stabilisieren.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Haus des Wirtschaftsrates (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Positive Bewertung des Pflege-Cockpits und der Digitalisierung
- Kritik an der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der sozialen Pflegeversicherung
- Forderung nach grundlegendem Prüfstand des Pflegegeldes und stärkerer Berücksichtigung von Vermögen bei Eigenanteilen
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Zielgruppe: Beschäftigte im Pflegebereich, Unternehmen, Pflegeversicherte
- Regionen: Deutschland
- Kritische Frist: Stärkere Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze, Einfluss auf Wirtschaftsstandort und Versorgungsstruktur
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Teilweise positive Bewertung des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) durch den Wirtschaftsrat der CDU
- Warnung vor zusätzlichen finanziellen Belastungen für Unternehmen und Beschäftigte
- Kritik an der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze und stärkerer kommunaler Steuerung in der Pflegeplanung
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Einführung eines Pflege-Cockpits
- Ausbau der Digitalisierung in der Pflege
- Strengere Voraussetzungen für die Einstufung in Pflegegrade
- Wüst: Staat muss schneller und einfacher werden - 7. Juni 2026
- Familie verunglückt auf der A 19 bei Linstow - 7. Juni 2026
- Waldbrand im Kermeter erfordert umfangreiche Löscharbeiten - 7. Juni 2026

