Studie: Jede dritte deutsche Erfindung in ausländischer Hand

4. Juni 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftliche Entwicklungen in Deutschland und China

() – hat seinen Einfluss auf deutsche Erfindungen zuletzt deutlich ausgeweitet. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gehören mittlerweile 11.300 in entwickelte Erfindungen chinesischen Eigentümern.

Zwischen 2000 und 2022 meldeten deutsche Erfinder über 650.000 transnationale Patente an. 189.000 davon (29 Prozent) gehören inzwischen Eigentümern im Ausland. Knapp ein Drittel davon entfällt auf die USA, rund elf Prozent auf die . Besonders auffällig ist der Sprung Chinas: 11.300 aller ursprünglich in Deutschland hervorgebrachten Patente liegen nun in chinesischer Hand – um die Jahrtausendwende waren es fast keine. Peking sichert sich die Patente vor allem, indem Staatsunternehmen deutsche Firmen aufkaufen.

Dabei schwächelt die hiesige Innovationskraft ohnehin. Deutschlands Weltmarktanteil an transnationalen Patentanmeldungen sank von 22 Prozent im Jahr 2000 auf 15 Prozent im Jahr 2022. Ein wesentlicher Grund: Deutschland investiert weniger in Forschung und Entwicklung (FuE). Im Jahr 2000 lag das Land weltweit auf Platz drei – mit doppelt so hohen Ausgaben wie China. Bis 2021 rutschte es auf Platz sechs ab. China hat seine FuE-Aufwendungen seither verzwanzigfacht.

Besonders im Maschinenbau zeigt sich Chinas Einfluss. Die Zahl der Patentanmeldungen in diesem Sektor stieg von 3.300 im Jahr 2000 auf 4.300 im Jahr 2022. Ein prominentes Beispiel ist die Übernahme des Augsburger Industrierobotik-Herstellers Kuka durch den chinesischen Midea-Konzern im Jahr 2016.

Siehe auch:  Chef der Schwarz Gruppe begrüßt klare Ansprache von Trump an Europa

„Auch deutsche Konzerne halten im Ausland Patente. Das gehört zum normalen Wettbewerb“, sagte IW-Experte Oliver Koppel. Doch Peking lenke Übernahmen im Westen geostrategisch – während der eigene Markt für ausländische Investoren durch Negativlisten, Sicherheitsüberprüfungen und Protektionismus weitgehend verschlossen bleibe. „Das ist ein Ungleichgewicht“, warnte Koppel. Europa müsse genauer prüfen, wohin strategisch relevante Technologien abwandern.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Deutsches Patent- und Markenamt (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • 11.300 in Deutschland entwickelte Erfindungen liegen in chinesischem Eigentum.
  • Deutschlands Weltmarktanteil an transnationalen Patentanmeldungen sank von 22 Prozent (2000) auf 15 Prozent (2022).
  • China hat seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung seit 2000 verzwanzigfacht.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind deutsche Erfinder und Unternehmen.
  • 11.300 Patente chinesischer Eigentümer, 189.000 Patente im Ausland.
  • Rückgang der deutschen Patentanmeldungen von 22% (2000) auf 15% (2022).

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Überprüfung und Regulierung von Übernahmen chinesischer Unternehmen in Deutschland.
  • Förderung von Investitionen in Forschung und Entwicklung in Deutschland.
  • Analyse der Abwanderung strategisch relevanter Technologien.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)